Human Design Ernährungsstrategie 3: Durst heiß im echten Experiment

In der Podcastfolge #16 habe ich wieder mit Lena gesprochen. Wir hatten vorher schon eine Folge zu Strategie und Autorität aufgenommen und diesmal wollte ich mit ihr tiefer in ihr Ernährungsexperiment gehen. Lena ist manifestierende Generatorin mit sakraler Autorität, 2/4-Profil und hat die Human Design Ernährungsstrategie Nummer 3, Durst heiß. Dazu kommt bei ihr die Kognition Geschmack. Mich hat vor allem interessiert, wie das Ganze tatsächlich im Alltag aussieht, weil genau das für mich bei PHS immer das Spannende ist: Wie hast du vorher gegessen? Wie bist du überhaupt in das Experiment gekommen? Was hat sich verändert? Und was passiert, wenn der Körper diese Ernährungsweise mit der Zeit immer besser kennenlernt? Lena ist über ihre DDP-Ausbildung damit in Berührung gekommen und hat erst einmal ein bis zwei Jahre eher halbherzig experimentiert. Irgendwann kam noch einmal eine klare Reaktion und sie ist konsequenter eingestiegen. Genau dadurch hat sie noch einmal einen ganz anderen Unterschied wahrgenommen. Und ich finde das so wichtig, weil Ernährung eine unglaublich tiefe Konditionierung sein kann und dieser Weg einfach so lange dauern darf, wie er dauert. Bevor Lena mit ihrer Ernährungsstrategie angefangen hat, hatte sie unglaublich viele Ernährungskonzepte im Kopf. Gesund sollte es sein, ökologisch sollte es sein, manche Lebensmittel waren irgendwann tabu, weil sie irgendwo gelesen hatte, dass sie schädlich seien. Sie hat Basenfasten ausprobiert, vegan gegessen und unterschiedliche Konzepte getestet. Dazu kam bei ihr das offene Emotionszentrum und damit auch dieses Thema: Wenn ich irgendwo eingeladen bin, kann ich dann wirklich sagen, danke, das esse ich jetzt nicht? Genau diese Konfrontation mit dem Außen kennen viele. Bei Durst heiß geht es um Nahrung, die in irgendeiner Form verändert oder zubereitet wurde, also gekocht, gebacken, erhitzt, und um viel Flüssigkeit über die Nahrung oder über Getränke. Beim linken Durst geht es um Wärme über Körpertemperatur. Spannend fand ich, dass Lena rückblickend schon als Kind und Jugendliche immer wieder genau dort gelandet ist. Ihre Mutter hat dieselbe Ernährungsstrategie und hat viel gekocht. Als Jugendliche hat Lena bei einem Bäcker gearbeitet und sich dort sehr häufig ein überbackenes Käsebrötchen mit Remoulade geholt. Heiß und fettig. Rückblickend konnte sie sehr gut sehen, dass ihr Körper damals schon einiges ganz intuitiv gewählt hatte. Dann kommt bei Lena noch Geschmack als Kognition dazu. Und auch das war schon lange vor ihrem bewussten Human Design Experiment sichtbar. Lena hat beim Frühstück zum Beispiel immer erst einmal vom Brötchen abgebissen, bevor sie es überhaupt geschmiert hat. Für andere sah es so aus, als würde sie schon anfangen zu essen. Für sie war das überhaupt kein Essen. Ihr Körper wollte erst einmal schmecken, was gleich kommt. Genau dieses Probieren ist heute immer noch da. Der Geschmack gibt ihr auch Information darüber, wann genug ist. Sie beschreibt, dass sie durchaus sehr viel essen kann und irgendwann plötzlich merkt: Jetzt ist der Geschmack weg. Dann ist für sie auch das Essen fertig. Über die Zeit hat sich außerdem verändert, welche Konsistenzen sie anziehen. Am Anfang waren es noch viele feste Sachen, Nudeln, Pizza, warmes Brot. Später kamen immer mehr Suppen, Saucen und flüssigere warme Mahlzeiten dazu. Sie hat irgendwann gemerkt, dass diese Flüssigkeit die Wärme für sie anders hält. Gleichzeitig beschreibt sie eine ganz andere Sättigung. Früher hatte sie oft das Gefühl, unglaublich viel essen zu können und trotzdem nicht wirklich fertig zu sein. Heute erlebt sie diesen Abschluss viel klarer. Sehr spannend fand ich auch unser Gespräch über Trinken. Lena mag Wasser schlichtweg nicht. Ihr Geschmack sagt dazu offenbar sehr klar etwas und sie trinkt hauptsächlich Tee, teilweise auch selbst aufgekochten Tee aus Fenchelsamen. Sie hatte irgendwann sogar ihre Blutwerte untersuchen lassen, weil sie wissen wollte, wie es ihrem Körper mit dieser Ernährungsweise geht, und beschreibt, dass diese Werte für sie sehr positiv und eine Bestätigung ihres eigenen Experiments waren. Genau an dieser Stelle sieht man für mich wieder so schön, wie unterschiedlich Körper funktionieren können. Ich habe im Gespräch mein eigenes Beispiel gebracht: Bei meiner Ernährungsstrategie Klang leise spielt die Umgebung die entscheidende Rolle. Sobald in einem Getränk Nährstoffe stecken, gehört für meinen Körper auch das bereits zur Nahrungsaufnahme und damit wird die richtige Umgebung wichtig. Deshalb bin ich irgendwann bei heißem Wasser gelandet und liebe es inzwischen. Lena sitzt daneben mit ihrem Tee und genau das ist Differenzierung. Jeder Körper hat seine eigene Mechanik und darf über das Experiment herausfinden, wie das tatsächlich für ihn aussieht. Auch im Familienalltag hat sich bei Lena mit der Zeit viel verändert. Früher war Essen häufig stressig, weil sie für die Hauptmahlzeiten verantwortlich war, alle etwas anderes mochten und sie selbst oft überhaupt kein Gefühl von wirklicher Sättigung hatte. Dazu hat sie einen aktiven Körper und braucht regelmäßig Nahrung. Ihr Mann und ihre Familie funktionieren da anders. Heute wissen sie das. Lena erzählt von einer langen Fahrradtour zu einem Herbstmarkt, bei der ihrem Mann sofort klar war: Mama braucht jetzt erst einmal etwas zu essen. Da gab es warmen Grillkäse und für sie war das genau passend. Dieses Verständnis ist inzwischen einfach Teil ihres Familienlebens geworden. Gleichzeitig kann sie viel besser schauen, was ihre Kinder eigentlich brauchen, weil sie selbst versorgt ist. Auch Schokolade spielt inzwischen kaum noch eine Rolle. Auf einem Geburtstag kann sie vor einem großen Kuchenbuffet sitzen, Kaffee oder Tee trinken und merken, dass sie gerade überhaupt keinen Kuchen braucht. Ihre Schwiegermutter weiß inzwischen, wie sie isst, macht ihr etwas Warmes oder wärmt ein Brötchen für sie auf. Diese Standhaftigkeit im eigenen Experiment ist mit der Zeit gewachsen und damit wurde auch das Außen entspannter. Was Lena über die körperlichen Veränderungen erzählt hat, fand ich besonders schön. Sie beschreibt ihren Körper heute gleichzeitig gesetzter, geerdeter und leichter. Sie fühlt sich fokussierter und wacher und nimmt eine klarere Wahrnehmung wahr. Sie spricht auch über diesen Brainfuck, den viele kennen, dieses Gefühl, dass im Kopf permanent ein Film läuft und Denken unglaublich anstrengend wird. Bei ihr ist da inzwischen viel mehr Klarheit. Gerade mit ihren zwei emotional definierten Kindern merkt sie das sehr deutlich. Früher konnte diese emotionale Welle sie schnell aus der Reserve locken und

Warum ist ständige Selbstoptimierung für Projektoren eine Falle?

Ich möchte über dieses Thema schreiben, weil ich bei Projektoren immer wieder sehe, wie krass sie an sich selbst rumdoktern. Und ich kenne das natürlich auch von mir. Projektoren wollen tief gehen. Wir wollen verstehen, wir wollen Dinge wirklich durchdringen, wir können uns unglaublich tief in ein Thema eingraben. Und genau deshalb kann dieses ganze Feld von Persönlichkeitsentwicklung, Coaching und Selbstoptimierung für Projektoren irgendwann zu einem Hamsterrad werden. Warum bin ich so? Warum mache ich das so? Was ist da noch aus meiner Kindheit? Was muss ich noch lösen? Was stimmt noch nicht? Und du kannst da als Projektor sehr, sehr tief gehen. Irgendwann drehst du dich einfach im Kreis. Für mich wurde es irgendwann unglaublich wichtig, mir wirklich die Mechanik des Projektors anzuschauen. Denn wenn man sich diese Mechanik erst einmal an der Oberfläche anguckt, ist sie eigentlich so einfach – in Anführungsstrichen. Natürlich ist sie nicht unbedingt einfach zu leben in einer Welt, in der permanent gesagt wird, was wir noch machen, bearbeiten und optimieren sollen. Der Projektor ist im Human Design ein relativ neuer Typ und er hat eine ganz bestimmte Funktion. Wir haben diese fokussierte, penetrierende Aura und können den anderen tief sehen. Genau darin liegt unsere Gabe. Ungefähr 70 Prozent der Menschen sind Generatoren, ungefähr 20 Prozent Projektoren, und diese Beziehung zwischen Projektor und Generator ist innerhalb der Mechanik unglaublich wichtig. Der Projektor ist hier, um zu guiden. Dafür braucht er Anerkennung und Einladung. Und ich finde, genau da fängt es schon an, spannend zu werden, weil wir Projektoren eben nicht permanent mit uns selbst beschäftigt sein müssen. Wir sind für den anderen hier. Wir schauen auf den anderen. Wir sehen den anderen. Wir gehen tief in den anderen hinein. Und das Krasse an dieser Mechanik ist: Wir sehen uns durch den anderen. Ich weiß, dass genau dieser Satz bei Projektoren oft erst einmal Fragezeichen auslöst. Wie soll ich mich durch den anderen kennenlernen? Ich habe das für mich irgendwann sehr deutlich verstanden. Wenn ich einen anderen Menschen wirklich tief sehe, sehe ich auch, was ich nicht bin. Ich sehe Differenzierung. Ich sehe, was der andere auf mich projiziert. Ich sehe, wie unterschiedlich Menschen funktionieren. Und dadurch lerne ich auch mich selbst kennen. Ich muss dafür nicht permanent in mir graben. Ich erlebe mich in dieser Begegnung mit dem anderen. Je mehr Menschen ich wirklich tief sehen durfte, desto klarer wurde für mich auch meine eigene Mechanik. Das war für mich eine riesige Erleichterung, weil ich irgendwann verstanden habe: Ich bin als Projektor hier für den anderen. Ich darf das erst einmal akzeptieren. Ich darf aufhören, mich ständig mental zu analysieren und herausfinden zu wollen, warum ich dies oder jenes bin. Und genau da kommt für mich Dekonditionierung ins Spiel. Dekonditionierung heißt für mich sehr viel Beobachtung. Den Verstand beobachten. Den Körper beobachten. Gucken, was passiert. Ah, okay. Guck an. Manche Themen kommen immer wieder hoch. Manche Konditionierungen tauchen immer wieder auf. Und irgendwann werden sie vielleicht schwächer. Vielleicht sagt mein Körper irgendwann: Okay, dieses Thema gucken wir uns jetzt mal genauer an. Vielleicht ist da ein Trauma aus der Kindheit oder eine spätere Erfahrung, die wirklich angeschaut werden möchte. Dann kann das absolut korrekt sein. Der Körper kann genauso sagen: Nee, Schätzchen, das holen wir jetzt nicht hoch. Das ist gerade nicht dran. Und genauso kann der Körper zeigen, mit welcher Brille ich auf ein Thema schaue, mit welcher Methode, mit welchem Menschen, mit welcher Form von Begleitung. Für mich ist genau das Körperintelligenz. Dieses permanente mentale Herumgraben, weil man gerade beschlossen hat, jetzt die nächste Selbstoptimierungsrunde zu starten, hat bei mir jedenfalls nie funktioniert. Als ich aufgehört habe, permanent nach innen zu gucken, hat sich bei mir unglaublich viel verändert. Ich habe mich auf Human Design fokussiert und gemerkt: Okay, damit bin ich in Resonanz. Das lerne ich jetzt. Ich habe angefangen, Charts zu lernen, Menschen zu beobachten, tiefer und tiefer in dieses Wissen zu gehen. Ernährung, Motivation, PHS, Mechanik, die unterschiedlichen Designs. Und allein das war für mich so heilend. Meine projektorische Tiefe hatte plötzlich ein Feld. Ich konnte lernen. Ich konnte Meisterschaft entwickeln. Ich konnte den anderen sehen. Und genau dafür sind Projektoren auch hier: in etwas wirklich tief zu gehen, Wissen aufzubauen, Meisterschaft zu entwickeln und dieses Wissen dann in der Begegnung mit dem anderen zur Verfügung zu stellen. Was dieses Feld ist, kann bei jedem Projektor vollkommen anders aussehen. Und dann kommt die Einladung. Gerade am Anfang finde ich es für Projektoren unglaublich spannend, einfach mal zu trainieren, leise zu sein. Zu beobachten: Wo will ich gerade unbedingt etwas sagen? Wo sehe ich beim anderen etwas und möchte sofort loslegen? Wo habe ich vielleicht schon die komplette Lösung im Kopf, obwohl mich überhaupt niemand gefragt hat? Da kann man wirklich mal gucken, was passiert, wenn man nichts sagt. Und was ich dabei inzwischen genauso spannend finde, ist das Fragen. Projektoren sind auch dafür hier, gute Fragen zu stellen, gerade weil wir den anderen so tief sehen. Vielleicht muss ich dem anderen gar nicht sofort erzählen, was ich bei ihm sehe. Vielleicht stelle ich ihm einfach eine Frage. Wenn ich einen Generator vor mir habe, kann ich eine klare Ja-Nein-Frage stellen und gucken, was aus seinem Körper kommt. Ich kann über eine gute Frage einen Raum öffnen, in dem der andere seine eigene Antwort wahrnimmt. Das kann man tatsächlich trainieren: Wie gehe ich auf den anderen zu? Welche Frage stelle ich? Wo halte ich meine Wahrnehmung erst einmal zurück? Wo entsteht daraus vielleicht irgendwann eine Einladung, noch tiefer zu gehen? Das heißt natürlich auch, dass Strategie und Autorität für mich immer wieder der Ausgangspunkt sind. Für die meisten Menschen ist es schlichtweg unmöglich, ab Tag eins Strategie und Autorität perfekt zu leben. Ich habe Jahre gebraucht, bis ich meine Milz wirklich verstanden habe. Gerade bei Projektoren finde ich deshalb Strategie am Anfang so wichtig. Auf Einladung warten. Beobachten. Wahrnehmen. Leise sein. Fragen stellen. Gucken, wo Anerkennung da ist. Gucken, wo keine Einladung da ist. Und dann auch aushalten, dass vielleicht erst einmal nichts passiert. Es kann dauern,

Emotionale Autorität im Human Design: Warum Entscheidungen Zeit brauchen

Emotionale Autorität im Human Design klingt in der Theorie erst einmal relativ klar: Entscheidungen brauchen Zeit. Im echten Alltag sieht das oft ganz anders aus. Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Sabrina gesprochen. Sabrina ist Projektorin mit emotionaler Autorität und hat Human Design während der Corona-Zeit über ihre Schwester kennengelernt. Erst einmal hat sie es wieder weggelegt. Ende 2020 hat sie dann ihr erstes Reading gebucht, weil sie das System wirklich lernen wollte. Von dort aus begann ihr eigenes Experiment und damit auch die Frage: Wie fühlt sich emotionale Autorität eigentlich im echten Leben an? Bei Sabrina zeigte sich ein Thema sehr deutlich: Entscheidungen zu schnell zu treffen. Direkt zusagen, direkt reagieren, direkt wissen wollen, ob etwas passt. Mit der Zeit hat sie angefangen, genau dort etwas zu verändern. Kurz innehalten. Sich Zeit nehmen. Später noch einmal in eine Entscheidung hineingehen und schauen, wie sie sich dann anfühlt. Gerade bei emotionaler Autorität ist dieser zeitliche Raum ein wesentlicher Teil der Mechanik. Die Entscheidung muss nicht in diesem einen Moment getroffen werden. Für Sabrina wurde genau dieses Warten im Alltag immer greifbarer, weil sie beobachten konnte, was passiert, wenn sie sich diese Zeit tatsächlich gibt. Ein großer Teil unseres Gesprächs ging auch in den Beruf. Sabrina hat in einem Job lange über ihre eigenen Grenzen hinaus gearbeitet und dabei irgendwann sehr deutlich gemerkt, wie wenig Energie eigentlich noch da war. Gerade als Projektorin ist dieses Thema natürlich spannend, weil die Arbeitswelt sehr schnell dazu verleitet, mit der Energie anderer mitzuhalten und immer weiterzumachen. Bei Sabrina kam irgendwann der Punkt, an dem sie ihre Stunden reduziert hat. Und genau darüber konnte sie sehr klar beobachten, was es für sie bedeutet, wenn etwas leichter geht und wie sich Arbeit anfühlt, wenn sie nicht permanent über die eigenen körperlichen Grenzen hinausgeht. Dieses „leicht gehen“ finde ich gerade bei Projektoren immer wieder spannend. Es bedeutet nicht, dass nichts mehr herausfordernd sein darf. Es geht viel mehr darum, wahrzunehmen, wie viel Widerstand entsteht, wenn man sich permanent durch etwas hindurchdrückt. Sabrina konnte über ihre Arbeit sehr konkret beobachten, was passiert, wenn sie ihre eigene Energie nicht berücksichtigt und wie sich etwas verändert, wenn sie beginnt, ihren Körper und ihre Grenzen ernster zu nehmen. Genau solche Erfahrungen machen Human Design für mich irgendwann greifbar. Das Wissen allein sagt einem noch nicht, wie sich die eigene Mechanik wirklich anfühlt. Das entsteht über das Experiment. Natürlich sind wir bei einer Projektorin auch beim Thema Einladung gelandet. Denn eine Einladung muss nicht immer so aussehen, dass jemand direkt vor einem steht und sagt: „Ich lade dich jetzt dazu ein.“ Einladungen können über Menschen aus dem eigenen Umfeld entstehen und sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Genau deshalb ist es so wichtig, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was sich für einen selbst einladend anfühlt. Auch das entsteht nicht dadurch, dass man eine Definition auswendig lernt. Man beginnt zu beobachten: Wo werde ich wirklich gesehen? Wo entsteht Raum für mich? Wo kommt etwas auf mich zu? Und wie fühlt sich mein Körper dabei an? Bei emotionaler Autorität kommt zu dieser Einladung noch die eigene Entscheidungsmechanik dazu. Für eine Projektorin reicht die Einladung allein nicht. Danach braucht es weiterhin die emotionale Autorität. Genau dort wird Human Design im Alltag so individuell. Eine Einladung kann vorhanden sein und trotzdem braucht es Zeit, bis sich zeigt, ob sie für diesen Menschen wirklich korrekt ist. Sabrina beschreibt in unserem Gespräch sehr schön diesen Weg vom schnellen Zusagen hin zu einem bewussteren Innehalten und späteren erneuten Hineinspüren. Für mich zeigt ihr Experiment auch wieder, warum Strategie und Autorität nicht einfach zwei Begriffe sind, die man einmal versteht und dann abhakt. Sie werden über das Leben gelernt. Über Arbeit, Beziehungen, Einladungen und Entscheidungen. Über Situationen, in denen man wieder zu schnell zugesagt hat, und über andere, in denen man sich die Zeit genommen hat. Genau daraus entsteht mit der Zeit die eigene Wahrnehmung dafür, wie emotionale Autorität tatsächlich funktioniert. Du möchtest das Thema lieber hören? In der Podcastfolge „#14 Interview mit Sabrina: Emotionale Autorität im Alltag“ spreche ich mit Sabrina darüber, wie sich emotionale Autorität, Einladungen und die eigene Energie als Projektorin im echten Alltag zeigen. → Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du deine Strategie und Autorität nicht nur kennen, sondern im eigenen Alltag wirklich verstehen und beobachten möchtest, kannst du mit meiner Basisanalyse einsteigen. → Zur Basisanalyse  

Human Design Ernährungsstrategie: Warum du sie kennst und trotzdem nicht umgesetzt bekommst

Vielleicht kennst du deine Human Design Ernährungsstrategie längst. Du weißt theoretisch, wie dein Körper Nahrung am besten aufnehmen kann, du hast dich damit beschäftigt und trotzdem denkst du irgendwann: Ich krieg’s einfach nicht hin. Genau darüber habe ich in einer Solo-Folge meines Podcasts „Human Design Leben“ gesprochen. Denn dass eine Ernährungsstrategie im Chart steht und dass man sie tatsächlich im Alltag lebt, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Für mich beginnt dieser Prozess immer wieder bei Strategie und Autorität. Die Ernährungsstrategie kann sehr schnell zu einem weiteren Thema werden, das der Verstand übernimmt. Man kennt seine Strategie, versteht sie vielleicht sogar ziemlich gut und beginnt dann mental zu überlegen, wie man sie jetzt korrekt umsetzt. Genau da kann es schon wieder schwierig werden. Wenn Strategie und Autorität im Körper noch nicht genug verankert sind, fehlt häufig die Körperführung für diesen Prozess. Dann weiß der Kopf zwar, wie es theoretisch gehen müsste, aber der Körper ist noch gar nicht an diesem Punkt. Deshalb ist für mich Strategie und Autorität die Grundlage, bevor man wirklich tief in die Ernährungsstrategie geht. Der Körper braucht ein Go für diesen Prozess. Ich kenne das aus meinem eigenen Experiment sehr gut. Bei mir war von Anfang an eine sehr tiefe Resonanz auf meine Ernährungsstrategie da. Gleichzeitig hat mein Verstand sehr lange gebraucht, um all die generalisierten Ernährungskonzepte überhaupt loszulassen. Man hat über Jahre gelernt, was gesund sein soll, wann man essen soll, wie viel man essen soll, welche Lebensmittel gut oder schlecht sein sollen und wie Ernährung angeblich funktioniert. Dieses Wissen sitzt teilweise unglaublich tief. Selbst wenn der Körper längst etwas anderes zeigt, kann der Mind immer wieder dazwischenfunken und versuchen, die Kontrolle zu behalten. Bei mir hat das wirklich lange gedauert. Diese Konditionierungen lösen sich nicht einfach auf, nur weil man seine Human Design Ernährungsstrategie kennt. Und manchmal ist auch einfach das Timing noch nicht da. Vielleicht kennst du deine Ernährungsstrategie und spürst trotzdem, dass du noch nicht richtig hineinkommst. Dann können vorher andere Schichten dran sein. Vielleicht geht es erst einmal darum, Strategie und Autorität überhaupt wahrnehmen zu lernen. Vielleicht verändert sich gerade dein Alltag. Vielleicht sortiert dein Körper erst andere Dinge. Eine Ernährungsstrategie ist ein intensiver Prozess und der Körper entscheidet letztlich selbst, wann er dafür bereit ist. Man kann diesen Zeitpunkt nicht mental erzwingen. Dazu kommt der ganz normale Alltag. Familie, Kinder, Arbeit, Einkaufen, Kochen, Strukturen, vielleicht ein Umfeld, das überhaupt nicht mitzieht. Auf dem Papier kann eine Ernährungsstrategie sehr einfach aussehen. Im echten Leben hängt sehr viel mehr daran. Vielleicht müsstest du anders einkaufen, anders vorbereiten oder zu anderen Zeiten essen. Vielleicht fehlt dir Unterstützung. Vielleicht kochst du für mehrere Menschen und alle brauchen etwas anderes. Vielleicht weißt du theoretisch längst, was für dich korrekt wäre, bekommst es in deiner aktuellen Lebenssituation aber einfach noch nicht umgesetzt. Auch das gehört zum Prozess. Genau deshalb mache ich selbst auch keine reine Ernährungsanalyse, nach der jemand mit seinem Wissen wieder allein nach Hause geht. Für mich ist Ernährungsstrategie Prozessarbeit. Es braucht Zeit, Beobachtung und häufig auch Begleitung über einen längeren Zeitraum. Im Prozess sieht man überhaupt erst, an welcher Stelle es hängt. Ist es wirklich die Ernährung? Ist Strategie und Autorität noch nicht stabil genug? Ist der Mind voll mit alten Ernährungskonzepten? Fehlt im Alltag eine Struktur? Gibt es keinen Support? Oder sagt der Körper gerade schlicht noch nicht Ja zu diesem nächsten Schritt? Für mich ist es deshalb völlig normal, an irgendeinem Punkt zu hängen. Es hat Gründe. Und genau diese Gründe sind wichtig, weil sie den Unterschied zwischen „Ich weiß meine Ernährungsstrategie“ und „Ich lebe meine Ernährungsstrategie“ ausmachen. Human Design Wissen kann unglaublich spannend sein. Irgendwann geht es aber darum, dass der Körper dieses Wissen übernimmt und daraus eine eigene Erfahrung entsteht. Genau dort beginnt für mich das eigentliche Ernährungsexperiment. Du möchtest das Thema lieber hören? In der Podcastfolge „#13 Ernährungsstrategie – ich krieg’s nicht hin“ spreche ich darüber, warum es völlig normal sein kann, die eigene Human Design Ernährungsstrategie zu kennen und trotzdem Schwierigkeiten damit zu haben, sie im Alltag wirklich zu leben. → Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du deine Human Design Ernährungsstrategie im eigenen Alltag und Körper wirklich kennenlernen möchtest, findest du hier meine Ernährungsbegleitung. → Meine Ernährungsbegleitung

Wie starte ich mein Human Design Experiment?

Wenn man Human Design kennenlernt, hört man ziemlich schnell: Strategie und Autorität. Das ist das A und O. Aber Strategie und Autorität zu leben, kann man am Anfang meistens überhaupt nicht perfekt. Bei vielen ist die eigene Körperwahrnehmung so verschüttet, dass man erst einmal gar nicht greifen kann, wie sich die eigene Autorität eigentlich zeigt. Genau so war es bei mir. Ich wusste theoretisch, dass ich eine Milzautorität habe, aber ich hatte keine Ahnung, wie mein Instinkt funktioniert oder wie ich ihn überhaupt wahrnehmen soll. Ich war so weit von meinem Körper entfernt, dass ich zwischendurch wirklich dachte: Dafür brauche ich wahrscheinlich zwanzig Jahre. Und vielleicht ist es bei einer Bauchstimme von der Mechanik her zunächst etwas leichter, weil sie im Hier und Jetzt reagiert. Trotzdem kann auch das für Generatoren sehr herausfordernd sein, wenn genau diese Bauchstimme über Jahre verschüttet wurde. Jeder beginnt irgendwo. Der eine findet schneller einen Zugang, der andere braucht Jahre. Und irgendwann versteht man: Es ist ein Experiment. Es gibt keinen Punkt, an dem man fertig ist. Für mich gehört dazu auch die Frage: Wer bin ich eigentlich wirklich? Und damit meine ich nicht: Wer möchte ich sein? Was würde mein Verstand gern aus mir machen? Sondern: Was ist mein Blueprint und was sind meine Limitationen? Ich liebe meine Limitationen inzwischen. In unserer Gesellschaft hört man ständig: Du kannst alles, wenn du es nur willst. Gleichzeitig kennt eigentlich jeder irgendwo seine eigenen Grenzen. Für mich war es ein riesiger Schritt, diese Limitationen nicht mehr bekämpfen zu wollen, sondern sie anzuerkennen und irgendwann sogar schön zu finden. Auch das ist für mich eine Form von Selbstliebe. Und genau deshalb gibt es für den Start ins Experiment auch nicht die eine Anleitung, die für jeden Menschen funktioniert. Es hängt vom Typ ab, von der eigenen Resonanz, von der Person, mit der man vielleicht eine erste Session hatte, und davon, was überhaupt korrekt für einen ist. Ich kann nur meine Erfahrungen und Beobachtungen teilen und zeigen, wo man anfangen könnte. Bei mir begann das Ganze mit Beobachtung. Ich wurde nicht durch einen mentalen Entschluss ins Human Design Experiment gezogen. Es war einfach korrekt und ich bin gegangen. Meine Autorität konnte ich damals noch überhaupt nicht benennen. Also habe ich angefangen zu beobachten: Was passiert eigentlich mit mir? Was macht mein Körper? Was macht mein Verstand? Meine Milzautorität ist Instinkt im Hier und Jetzt, relativ kühl, leise und nüchtern. Ich kann heute nicht einmal sagen, wann ich zum ersten Mal ganz bewusst wahrgenommen habe: Ah, das war jetzt meine Milz. Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Was mir von Anfang an sehr geholfen hat, war meine Strategie als Projektorin. Auf Einladung zu warten war für mich eine Limitation, die sofort unglaublich viel Entspannung gebracht hat. Also fing ich an zu beobachten: Was ist überhaupt eine Einladung? Wie fühlt sie sich an? Was passiert, wenn ich eingeladen bin, und was passiert, wenn ich mich selbst irgendwo hineinbewege? Mit der Zeit bekommt man dafür ein Gefühl. Ein ganz großer Teil des Experiments war für mich gleichzeitig, den Verstand beobachten zu lernen und mich nicht permanent mit allem zu identifizieren, was dort oben passiert. Das ist bis heute eine Übung. Manchmal gerät man in eine Gedankenschleife, aber diese Schleifen werden mit der Zeit kürzer. Man erkennt schneller: Okay, da läuft gerade mein Verstand. Und je mehr diese Beobachtung geschult wird, desto feiner wird irgendwann auch die Wahrnehmung des Körpers. Dann entstehen plötzlich diese Momente, in denen man seine Autorität erkennt. Und genauso sieht man natürlich auch die anderen Entscheidungen. Ich treffe auch nach Jahren noch Entscheidungen aus dem Verstand. Das gehört dazu. Entscheidend ist für mich, überhaupt erkennen zu können: Okay, das war jetzt eine Mind-Entscheidung. Was hat mein Körper gemacht? Was hat mein Verstand erzählt? Welche Angst war vielleicht dahinter? Genau darüber entsteht mit der Zeit eine immer präzisere Wahrnehmung. Für Projektoren finde ich gerade am Anfang des Experiments noch etwas anderes unglaublich wichtig. Viele Projektoren, die ich in Sessions sehe, sind erschöpft. Sie wissen mit ihrem offenen Sakral häufig überhaupt nicht mehr, wann genug wirklich genug ist, weil sie permanent auf der Energie anderer Menschen laufen. Wenn es möglich ist, kann es deshalb unglaublich interessant sein, sich bewusst Zeit allein zu nehmen. Wer bin ich, wenn ich allein schlafe? Wer bin ich, wenn ich eine Weile nicht permanent von anderen Menschen energetisch beeinflusst werde? Wie viel Ruhe brauche ich wirklich? Wie viel kann ich tatsächlich tun? Wie viel Schlaf brauche ich und wie viel Zeit brauche ich zusätzlich einfach nur horizontal? Ich habe irgendwann herausgefunden, dass ich abends ungefähr zwei Stunden brauche, bevor ich überhaupt schlafen kann, damit mein System leer wird. Und auch morgens tut meinem Körper zusätzliche Zeit im Bett gut. Mein Verstand hat lange gebraucht, um das nicht als Faulheit zu bewerten. Für meinen Körper gehört diese Ruhezeit aber zu meiner Mechanik. Genau solche Dinge gilt es im Experiment überhaupt erst herauszufinden. Wenn man einmal ein paar Tage oder sogar zwei oder drei Wochen ohne den üblichen Rhythmus, ohne Wecker und ohne permanente Anforderungen verbringen kann, kann man unglaublich viel darüber lernen, welchen Rhythmus der eigene Körper eigentlich hat. Bei Generatoren würde ich gerade am Anfang sehr stark mit der Bauchstimme arbeiten. Auch diese Mechanik ist bei vielen Menschen verschüttet. Generatoren werden schon früh darauf konditioniert, Fragen mit dem Verstand zu beantworten. Bei einer Frage wie „Wie geht es dir?“ muss der Verstand sofort eine Antwort formulieren. Eine Frage wie „Geht es dir gut?“ kann dagegen direkt eine sakrale Reaktion auslösen. Deshalb finde ich Ja-Nein-Fragen und richtige Frageblöcke für Generatoren so spannend. Man kann das mit einer anderen Person üben oder auch die eigene Reaktion beobachten und dadurch langsam lernen: Wann antwortet mein Sakral und wann ist mein Verstand schon schneller? Wo wird es schwierig? Bei welchen Themen mischt sich der Kopf sofort ein? Auch hier ist es wieder Beobachtung. Wo bin ich frustriert? Wo habe ich meine sakrale Energie vielleicht nicht korrekt eingesetzt? Bin ich in der richtigen Arbeit? In den richtigen Beziehungen?

Warum nehme ich nicht ab, obwohl ich auf meine Ernährung achte? – Strategie, Autorität & PHS

Gewicht verlieren ist für unglaublich viele Menschen ein Thema. Wie kann ich am besten abnehmen? Wie sollte ich essen? Wie sollte mein Körper aussehen? Dazu kommen all die Bilder, die wir davon haben, wie ein Körper sein sollte. Ich hatte vor Kurzem schon eine Podcastfolge über den aktiven und passiven Körper und vor allem über den passiven Körper. Für mich läuft an dieser Stelle sehr viel zusammen, weil auch beim Thema Gewicht die Grundlage immer wieder dieselbe ist: Strategie und Autorität. Strategie und Autorität sind für mich die Grundlage dafür, überhaupt in ein Ernährungsexperiment einzusteigen. Wenn man eine Weile Strategie und Autorität lebt, beginnt sich etwas zu verändern. Es entwickelt sich eine Liebe für Differenzierung und daraus kann eine echte Selbstliebe entstehen, die aus dem Körper kommt. Man beginnt anzuerkennen, dass wir nicht alle gleich sein können, dass der eigene Körper differenziert ist und dass auch die eigenen Limitationen dazugehören. Ich habe ganz am Anfang meines Podcasts einmal über Limitationen gesprochen, darüber, das zu lieben, was man ist, und nicht mental dem hinterherzujagen, was man nicht ist und was der Verstand gern hätte. Diese Selbstliebe entsteht natürlich nicht innerhalb von ein paar Monaten. Auch das ist Training und Dekonditionierung. Für mich ist genau das eine wichtige Grundlage dafür, den eigenen passiven oder aktiven Körper überhaupt wahrnehmen zu können und irgendwann ein immer präziseres Körpergefühl dafür zu bekommen, was dieser Körper wirklich braucht. Darauf baut für mich PHS auf. Und ich sage das immer wieder sehr deutlich: PHS Ernährungsstrategie ist kein weiteres mentales Ernährungskonzept. Es ist eine frequenzbasierte Ernährungsstrategie. Es geht nicht darum, seine Ernährungsstrategie herauszufinden und anschließend mit dem Mind zu beschließen: Okay, ich habe diese Ernährungsstrategie, also mache ich jetzt A, B und C. Die Ernährungsstrategie funktioniert für mich innerhalb des Experiments über Strategie und Autorität. Als Generatorin reagierst du darauf und deine Autorität sagt Ja. Als Projektorin braucht es die korrekte Einladung und dann wiederum deine Autorität. Bei mir als Milzprojektorin kann das beispielsweise diese ganz leise, nüchterne Wahrnehmung sein: Das schätzt hin. Das ist jetzt gesund für dich. Mach mal. Wenn der Körper kein Go hat, kann ich mental noch so viel an meiner Ernährung herumdoktern. Genau deshalb sage ich immer wieder: Strategie und Autorität. Das ganze Human Design Wissen ist super mega geil, aber unterm Strich geht es darum, es zu leben. That’s it. Das Spannende ist, dass viele Menschen beim Kennenlernen ihrer Ernährungsstrategie sofort etwas wiedererkennen. Vielleicht war das als Kind schon da. Jemand hat sein Essen immer getrennt gegessen. Ein anderer konnte im Restaurant besonders gut essen. Jemand merkt, dass Essen beim Telefonieren gut funktioniert oder dass er schon immer nachts gern gegessen hat. Wenn die eigene Körperwahrnehmung nicht komplett verschüttet ist, gibt es häufig irgendwo eine Affinität zu dieser Ernährungsstrategie. Gleichzeitig ist Ernährung für mich eine der tiefsten Konditionierungen überhaupt, weil sie in dem Moment beginnt, in dem wir geboren werden. Jede Generation hat ihre eigenen generalisierten Konzepte. Früher sollten Kinder möglichst schnell allein schlafen, heute ist es eher das Familienbett. Heute muss möglichst alles frisch gekocht sein und bei Zucker wird schnell ein riesiges Thema daraus. Solche Konzepte haben alle irgendwo ihren Platz. Wir sind trotzdem differenzierte Wesen. Jedes generalisierte Ernährungskonzept da draußen kann für irgendeinen Menschen korrekt sein. Entscheidend ist, ob es für diesen einen Menschen korrekt ist. Ich mache deshalb auch keine einzelne Ernährungsanalyse und sage danach: Das ist jetzt deine Ernährung, viel Spaß damit. Für mich ist Ernährung Prozessarbeit. Man kann unglaublich viel aus einem Human Design Chart herauslesen. Braucht jemand Fleisch oder generell tierisches Eiweiß? Funktioniert schneller Zucker gut? Sind komplexe Kohlenhydrate wichtig? Wie ist der Körper aufgebaut? Wie sensibel ist das Verdauungssystem? Man kann unglaublich tief in einen Chart hineinschauen. Trotzdem beginnt die Ernährung für mich mit Strategie und Autorität und entwickelt sich dann über das Experiment. Irgendwann entsteht daraus eine Basis: Mein Körper ist so ausdifferenziert, wie er ist. Ich habe einen passiven oder einen aktiven Körper. Ich bekomme langsam ein Gefühl dafür, wie viel ich wirklich brauche, wann ich etwas brauche und was mein Körper überhaupt möchte. Erst dann wird die Frage interessant: Wie sieht meine frequenzbasierte Ernährung tatsächlich aus? Gerade beim passiven Körper habe ich das in meinem eigenen Experiment sehr deutlich erlebt. Ich wusste mental schon lange, dass mein Körper sehr wenig braucht, weil mein Körper und mein Gehirn passiv sind und nicht so viel Energie benötigen. Aber was bedeutet „wenig“ konkret? Das kann mir keine Ernährungstabelle sagen. Das entsteht durch Beobachtung. Welche Lebensmittel tun mir gut? Wie viel brauche ich? Wann will mein Körper überhaupt essen? Es gibt Tage, an denen ich unglaublich wenig esse, weil ich schlicht keinen Hunger habe. Und dann gibt es andere Tage, an denen ich das Gefühl habe, heute verhält sich mein Körper fast wie ein aktiver Körper. Auch hier gibt es keinen Kopfplan. Human Design gibt eine präzise Richtung vor, in der ich anfangen kann zu experimentieren. Innerhalb dieses Rahmens bleibt es ein Experiment. Jede einzelne Ernährungsstrategie kann bei zwei Menschen noch einmal völlig unterschiedlich aussehen, weil der gesamte Mensch dazugehört. Ein Generator, der permanent Energie generiert, hat eine andere Ausgangslage als ein Projektor ohne Motor, vielleicht noch mit passivem Körper und viermal rechts. Genau deshalb braucht es Zeit, generalisierte Ernährungskonzepte loszulassen. Das ist Dekonditionierung. Und genau an dieser Stelle sind wir für mich bereits mitten im Thema Gewicht verlieren. Die Schritte dahin beginnen nicht erst bei irgendeinem Plan, der mir sagt, was ich essen soll. Sie beginnen bei einer präzisen Körperwahrnehmung. Irgendwann weiß der Körper immer genauer, wie viel er braucht. Dann kann auch die Menge ganz anders aussehen. Im PHS kommt dazu die Frequenz, mit der Nahrung aufgenommen wird. Nehmen wir beispielsweise Ernährungsstrategie Nummer drei, links fixiert, warm. Dort geht es darum, Nahrung über Körpertemperatur zu essen. Wie warm genau, ist wiederum individuell und Teil des Experiments. Innerhalb des PHS wird davon ausgegangen, dass der Körper mit dieser für ihn korrekten Frequenz Nahrung präziser verdauen und aufnehmen kann. Wenn dieser Mensch ständig kalt isst, obwohl sein Körper auf warm ausgerichtet ist, kann sich

Human Design und Schlaf: Was dein Körper nachts braucht

Schlaf ist ein riesiger Teil unseres Lebens und trotzdem schauen wir oft erst dann genauer hin, wenn er nicht mehr funktioniert. Wenn wir schlecht schlafen, zieht sich das meistens durch den ganzen nächsten Tag. Genau deshalb wollten Franziska und ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ einmal anschauen, wie Human Design auf Schlaf blickt und was sich im eigenen Experiment beobachten lässt. Dabei ging es vor allem um die Unterschiede zwischen sakraldefinierten und sakraloffenen Menschen, um das Alleineschlafen und um unsere ganz persönlichen Erfahrungen damit. Für sakraloffene Typen – also Projektoren, Manifestoren und Reflektoren – spielt das Runterfahren am Abend eine große Rolle. Über den Tag nehmen wir unglaublich viel Energie aus unserem Umfeld auf. Irgendwann braucht der Körper Zeit, um wieder leerer zu werden. Franziska und ich kennen beide diese Erfahrung, dass es nicht reicht, erst dann ins Bett zu gehen, wenn man komplett erschöpft ist. Der Körper braucht vorher bereits Raum. Bei mir sind das teilweise zwei Stunden, in denen ich einfach in die Waagerechte gehe, lese, etwas anschaue oder einfach nur da bin. Besonders deutlich habe ich das einmal nach einem Theaterbesuch beobachtet. Ich war völlig aufgeladen von den vielen Menschen, Emotionen und Energien um mich herum. Zu Hause wusste ich sofort: Schlafen funktioniert jetzt noch nicht. Ich konnte richtig beobachten, wie mein Körper nach und nach wieder herunterfuhr und irgendwann Ruhe entstand. Ich habe schon ziemlich früh gemerkt, dass gemeinsames Schlafen für meinen Körper schwierig ist. Auch in Beziehungen habe ich immer lieber allein geschlafen oder mochte Fernbeziehungen und getrennte Wohnungen. Wenn ich mehrere Nächte mit jemandem zusammen geschlafen habe, war ich teilweise vollkommen erschöpft. Lange wusste ich gar nicht, warum das so ist. Im Human Design habe ich dafür irgendwann eine Sprache gefunden. Gerade für sakraloffene Menschen kann der eigene Schlafraum ein sehr interessanter Teil des Experiments sein. Es geht dabei für mich gar nicht darum, daraus eine neue Regel zu machen. Es geht darum, den eigenen Körper zu beobachten. Wie schlafe ich allein? Wie schlafe ich neben einem anderen Menschen? Wie fühle ich mich am nächsten Morgen? Wie viel Zeit brauche ich am Abend, bis mein System tatsächlich heruntergefahren ist? Bei sakraldefinierten Generatoren und manifestierenden Generatoren sieht das wieder anders aus. Dort kann es hilfreich sein, die vorhandene Energie tatsächlich zu verbrauchen. Gerade bei Kindern sieht man oft sehr schön, dass sie abends noch einmal herumrennen, spielen oder körperlich aktiv sein wollen und danach plötzlich schlafen können. Auch als Erwachsene kann die Frage spannend sein: Habe ich meine Energie heute überhaupt eingesetzt? Braucht mein Körper vielleicht noch Bewegung? Diese Unterschiede fand ich immer wieder faszinierend, weil sie zeigen, wie wenig Sinn eine einzige Schlafregel für alle Menschen ergibt. Meine eigene Geschichte mit Schlaf ging irgendwann allerdings weit über Schlafhygiene hinaus. Ende 2018, Anfang 2019 hatte ich Phasen, in denen ich teilweise nur noch ein oder zwei Stunden pro Nacht geschlafen habe. Irgendwann waren es Monate, in denen mein Körper kaum noch zur Ruhe kam. Ich lag nachts wach und hatte das Gefühl, als würde Adrenalin durch meinen Körper laufen. Dabei habe ich bereits allein geschlafen und eigentlich vieles von dem gemacht, was man klassischerweise unter guter Schlafhygiene versteht. Rückblickend war mein gesamtes Leben zu diesem Zeitpunkt viel zu voll. Ich habe als Projektorin unglaublich viel gearbeitet und ständig Energie benutzt, die mein Körper irgendwann nicht mehr kompensieren konnte. Schlaf war für mich deshalb irgendwann keine isolierte Frage mehr. Mein Körper hat mich gezwungen, mein gesamtes Leben anzuschauen. Human Design kam genau in dieser Zeit in mein Leben und ich begann Schritt für Schritt Dinge zu verändern. Strategie und Autorität wurden dabei viel wichtiger als irgendeine perfekte Schlafroutine. Ich konnte anfangen zu beobachten, wie viel ich überhaupt tue, wann mein Körper genug hat und was tatsächlich meine Energie ist. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen. Gerade deshalb finde ich dieses Thema heute so spannend. Schlaf kann manchmal unglaublich viel darüber zeigen, wie wir tagsüber mit unserem Körper umgehen. Wenn ein System permanent unter Strom steht, hilft es irgendwann wenig, nur noch eine weitere Abendroutine hinzuzufügen. Franziska hat mit dem Alleineschlafen eine ganz andere Entwicklung erlebt. Sie war es seit ihrer Kindheit gewohnt, mit anderen Menschen im gleichen Raum oder Bett zu schlafen. Erst über ihr PHS- und Ernährungsexperiment begann ihr Körper irgendwann selbst, nach einem eigenen Schlafraum zu verlangen. Damit waren zunächst viele Ängste verbunden. Was bedeutet es für eine Beziehung, wenn man nicht mehr jede Nacht zusammen schläft? Wird der Partner verletzt sein? Entfernt man sich voneinander? Und trotzdem wurde der körperliche Impuls immer klarer. Sie begann tatsächlich getrennt zu schlafen und beschreibt diese Veränderung heute als eines der großen Geschenke ihres Experiments. Bei ihr veränderten sich gleichzeitig verschiedene körperliche Beschwerden, unter anderem sehr starke Blutungen und wiederkehrende Beschwerden im Intimbereich. Sie selbst verbindet diese Entwicklung mit dem getrennten Schlafen und damit, dass ihr sakraloffener Körper nachts mehr Ruhe bekam. Das ist ihre persönliche Erfahrung aus ihrem Human Design Experiment. Gerade bei körperlichen Beschwerden finde ich es wichtig, den eigenen Körper ernst zu nehmen und medizinische Themen auch medizinisch begleiten zu lassen. Für Franziska war das Entscheidende an diesem Prozess, dass sie etwas ausprobiert hat und anschließend sehr konkret beobachten konnte, was sich in ihrem Körper verändert. Spannend finde ich auch, dass getrennt schlafen überhaupt nichts darüber aussagen muss, wie nah eine Beziehung ist. Man kann abends gemeinsam im Bett liegen, miteinander lesen, reden, kuscheln oder Sexualität leben und anschließend in den eigenen Raum gehen. Man kann morgens wieder zusammenkommen. Es entstehen einfach andere Rituale. Gerade daran merkt man, wie stark wir gesellschaftlich darauf konditioniert sind, bestimmte Vorstellungen von Beziehung automatisch für richtig zu halten. Zusammen wohnen, zusammen schlafen, jede Nacht dasselbe Bett. Sobald man davon abweicht, entsteht schnell die Frage, ob mit der Beziehung etwas nicht stimmt. Im eigenen Experiment darf auch diese Vorstellung irgendwann überprüft werden. Für mich ist Schlaf deshalb ein unglaublich schönes Beobachtungsfeld im Human Design. Wie viel Energie trage ich am Abend noch in meinem Körper? Wie lange brauche ich, um herunterzufahren? Wie verändert sich mein

Sakrale Autorität im Human Design: Wie sich die Bauchstimme im Alltag zeigt

Sakrale Autorität wird im Human Design oft ziemlich einfach beschrieben: Hör auf deine Bauchstimme. Für Menschen, die gerade erst ins Experiment starten, ist damit aber noch lange nicht klar, wie sich diese Bauchstimme eigentlich anhört oder wie sie sich im Körper bemerkbar macht. Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Lena gesprochen. Lena ist manifestierende Generatorin mit sakraler Autorität und lebt inzwischen seit einigen Jahren ihr Experiment. Was ich an unserem Gespräch besonders spannend fand, war, wie wenig dieser Prozess mit einem einzigen großen Aha-Moment zu tun hatte. Ihre sakrale Wahrnehmung wurde über die Jahre immer deutlicher, weil sie angefangen hat, ihren Körper im Alltag tatsächlich zu beobachten. Als Lena Human Design kennengelernt hat, ist sie zunächst sehr stark über das Wissen eingestiegen. Sie hat gelesen, Kurse besucht und ihren Kopf gefüllt. Gleichzeitig gab es schon damals diese körperliche Erleichterung: Da wird etwas beschrieben, das ich irgendwie kenne. Ihre sakrale Autorität war also nicht plötzlich neu da. Sie hatte nur noch keine bewusste Sprache dafür. Gerade weil ihr Sakral bei ihr unbewusst definiert ist, musste sie mit der Zeit überhaupt erst lernen, diese Reaktionen in ihrem Körper wahrzunehmen. Rückblickend sagt sie selbst, dass es ihr wahrscheinlich gutgetan hätte, am Anfang noch viel stärker nur mit dieser Bauchstimme zu experimentieren und zu beobachten, wie sie sich bei ihr persönlich zeigt. Trotzdem war auch das Wissen ein Teil ihres Weges, weil darüber etwas in ihr resoniert hat und Vertrauen in das eigene Experiment entstanden ist. Was ich dabei besonders wichtig finde: Es gab bei Lena diesen einen Moment nicht, in dem sie plötzlich wusste: Jetzt habe ich meine Bauchstimme gefunden. Es war eine Entwicklung. Eine ihrer großen frühen Entscheidungen war das Nein zu ihrem Weg als Lehrerin. Körperlich war diese Entscheidung klar und gleichzeitig waren da Zweifel und Ängste. Eine klare Körperreaktion bedeutet nicht automatisch, dass der Verstand anschließend still ist. Lena beschreibt, wie über die Jahre immer mehr Vertrauen entstanden ist, weil sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen erleben konnte. Ihre Zufriedenheit wurde größer, der Frust nahm Stück für Stück weniger Raum ein und die Körperkommunikation wurde immer wahrnehmbarer. Das Experiment wurde dadurch zu etwas, das sich immer tiefer im eigenen Leben verankert. Wenn Lena heute beschreibt, wie ihr Sakral spricht, wird auch deutlich, wie individuell diese Wahrnehmung sein kann. Im Kontakt mit anderen Menschen kommen bei ihr durchaus die typischen sakralen Laute. Wenn sie allein ist, erlebt sie ihre Reaktion viel stärker körperlich. Dann geht etwas in ihr an. Sie beschreibt eine Energie, die sich vom Bauch nach oben ausbreitet und sich teilweise kribbelig anfühlt. Beim Essen kommt auch ganz selbstverständlich dieses zufriedene „Mmm“. Besonders interessant fand ich, dass ihre Neins für sie inzwischen teilweise klarer sind als ihre Jas. Wenn etwas nicht passt, zieht sich ihr Körper zusammen. Es öffnet sich nichts. Gerade als Generatorin war für sie ein wichtiger Teil des Experiments, ihre permanente Verfügbarkeit zu reduzieren und nicht auf alles mit einem Ja zu reagieren. Sakrale Energie bedeutet, Energie für das zu haben, worauf der Körper tatsächlich reagiert. Bei Lena kommt zusätzlich ihre zyklische Mechanik hinein. Ihr Sakral ist über den Kanal 42–53 definiert, und sie erlebt sehr deutlich, dass sie mit einer Entscheidung in einen Zyklus einsteigt. Wenn sie etwas beginnt, geht sie damit häufig bis zum Ende. Früher hat sie Ausbildungen oder Kurse durchgezogen, obwohl sie längst nicht mehr glücklich damit war. Heute fließt dieses Wissen bereits in ihre Entscheidungen ein. Wenn eine Anfrage kommt oder ein neuer Weg auftaucht, spürt sie viel bewusster hin: Habe ich dafür wirklich Energie? Denn wenn sie in diesen Zyklus einsteigt, weiß sie, dass sie ihn nicht einfach nach zwei Wochen wieder fallen lassen möchte. Auch Krisen innerhalb eines Zyklus bedeuten für sie nicht automatisch, dass die ursprüngliche Entscheidung falsch war. Anfang, Mitte und Ende gehören zu ihrer eigenen Mechanik dazu. Ein besonders schönes Beispiel für eine sakrale Entscheidung gab es bei Lena schon lange bevor sie überhaupt wusste, was Human Design ist. Während ihrer ersten Schwangerschaft stand die Frage im Raum, wo sie ihr Kind bekommen möchte. Ihr Verstand hatte viele nachvollziehbare Argumente für ein großes Krankenhaus. Gleichzeitig entdeckte sie ein Geburtshaus in ihrer Nähe und ihr Körper hatte darauf ein klares Ja. Sie informierte sich ausführlich über mögliche Risiken, hörte sich kritische Erfahrungen an und wusste trotzdem: Hier möchte ich anfangen. Interessant ist, dass dieses Ja gar nicht bedeutete, dass die Geburt unbedingt dort enden musste. Ihr Körper war für den Anfang klar und gleichzeitig offen dafür, wie der Weg weitergehen würde. Heute kann sie diese Erfahrung rückblickend sehr deutlich als Körperentscheidung erkennen. Beim zweiten Kind war später wiederum das Krankenhaus korrekt für sie. Genau solche Geschichten zeigen für mich sehr schön, wie individuell Strategie und Autorität im echten Leben werden. Und natürlich gibt es auch die anderen Tage. Lena hat im Gespräch einen Nachmittag beschrieben, an dem sie gleich mehrfach über ihre eigenen Reaktionen hinweggegangen ist. Sie war an einem Ort, an dem sie sich ohnehin nicht besonders wohlfühlte, organisierte Dinge für ihre Familie, hatte für vieles eigentlich kein echtes Ja und wurde im Laufe des Tages immer angespannter. Irgendwann begann ihr Verstand, die komplette Organisation zu übernehmen. Sie telefonierte, plante, initiierte und versuchte, alles in den Griff zu bekommen. Am Ende kam sie mit Frust und Zorn zu Hause an. Das Spannende war, dass sie inzwischen schon währenddessen wahrnehmen konnte: Ich bin hier gerade im falschen Film. Sie konnte den laufenden Prozess nicht sofort stoppen, aber sie erkannte viel schneller, was passiert war. Und genau darin liegt für mich ein riesiger Teil des Experiments. Die Wahrnehmung wird feiner. Man erkennt früher, wann der Kopf übernimmt, wann man sich selbst übergeht und wie sich das anschließend im Körper anfühlt. Auch nach einer solchen Situation beginnt schnell die nächste mentale Schleife. Warum habe ich das gemacht? Wieso habe ich mich wieder übergangen? Warum war ich so frustriert? Lena beschreibt sehr offen, wie kreativ ihr Verstand darin sein kann, sie anschließend auch noch dafür zu verurteilen. Mit der Zeit hat sie gelernt, auch das

Milzautorität im Human Design: Wie sie sich im Alltag wirklich zeigt

Milzautorität gehört für mich zu diesen Dingen im Human Design, die man über eine Beschreibung nur sehr schwer greifen kann. Die berühmte „kleine leise Stimme“ hat mir am Anfang jedenfalls nicht besonders viel geholfen. Was soll das eigentlich heißen? Wie fühlt sich diese Stimme an? Woher weiß ich, ob gerade meine Milz spricht oder mein Verstand? Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Franziska gesprochen. Wir sind beide Projektorinnen mit Milzautorität und erleben diese Körperintelligenz trotzdem unterschiedlich. Gerade deshalb finde ich solche Gespräche so spannend, weil irgendwann sichtbar wird, wie vielseitig sich dieselbe Autorität im echten Leben zeigen kann. Bei der Milz kann die Information unglaublich schnell da sein. Manchmal ist es ein Impuls, manchmal ein Bild, manchmal ein Wissen im Hier und Jetzt. Es kann Gänsehaut sein oder einfach nur ein ganz neutrales „okay“. Und manchmal passiert etwas, das vermutlich viele Menschen mit Milzautorität kennen: Im Nachhinein denkt man „Ich hab’s doch gewusst.“ Da war vorher bereits etwas im Körper, ein ganz kurzer Hinweis, und der war so schnell wieder weg, dass der Verstand anschließend problemlos darüber hinweggehen konnte. Genau darüber entwickelt sich mit der Zeit auch die Feinheit. Anfangs braucht es manchmal noch ziemlich deutliche Signale, bis man überhaupt erkennt: Ah, das war meine Milz. Irgendwann beginnt man, diese viel kleineren Impulse wahrzunehmen. Wir haben im Podcast einige Situationen aus unserem Alltag erzählt, bei denen genau das sichtbar wurde. Beim Skifahren gab es dieses klare körperliche Ja oder Nein und anschließend sehr unmittelbare Rückmeldungen vom Körper. Franziska erzählte von Herpes als Warnsignal. Bei mir konnte es so etwas Banales sein wie der Impuls, den Computer jetzt herunterzufahren, und später wurde deutlich, warum genau das Energie gespart hat. Ich kenne auch diese Situationen, in denen mein Körper mich irgendwie umleitet, bevor mein Verstand überhaupt erkennen kann, was da gerade passiert. Das Faszinierende daran ist für mich, dass die Erklärung häufig erst später kommt. Im Moment selbst ist da einfach diese Information. Gerade Emotionalität kann so einen kurzen Impuls sehr schnell überlagern. Die Milz hat längst etwas gemeldet und kurze Zeit später rauschen Gefühle, Gedanken und Geschichten darüber. Dann wird es schwieriger, den ursprünglichen Impuls überhaupt noch wiederzufinden. Auch deshalb ist Beobachtung für mich ein so großer Teil dieses Experiments. Was war zuerst da? Wann hat mein Körper reagiert? Wann ist der Verstand eingestiegen? Und was ist anschließend passiert? Ich habe über die Jahre immer wieder erlebt, dass genau diese Rückschau unglaublich hilfreich ist. Man beginnt allmählich, die eigene Sprache des Körpers kennenzulernen. Als Projektorin sehe ich dabei natürlich auch die Verbindung zur Einladung. Eine Einladung kann da sein und mein Körper kann trotzdem keine Resonanz darauf haben. Dann kommt vielleicht der Kopf und findet hundert Gründe, warum diese Einladung doch großartig wäre. Später zeigt sich möglicherweise Widerstand oder Bitterkeit. Für mich sind auch solche Erfahrungen Teil der Differenzierung. Sie zeigen im Rückblick sehr deutlich, an welcher Stelle der Körper bereits etwas wusste und an welcher Stelle ich mit dem Verstand weitergegangen bin. Je länger das Experiment läuft, desto mehr solcher Erfahrungen sammeln sich an und desto feiner wird dieses Erkennen. Wenn du deine Milzautorität gerade noch überhaupt nicht greifen kannst, finde ich deshalb Freiraum und Beobachtung so wertvoll. Einen Schritt zurücktreten, den eigenen Körper beobachten, auch den Verstand beobachten und den kleinen Signalen Zeit geben. Die Milz wird mit dem Experiment vertrauter. Irgendwann erkennt man vielleicht die erste Gänsehaut, das erste Bild, diesen ganz kurzen Impuls oder dieses unspektakuläre „okay“. Und irgendwann wird aus einer Beschreibung im Human Design Chart etwas sehr Persönliches: die eigene Erfahrung damit, wie der Körper im Hier und Jetzt spricht. Du möchtest das Thema lieber hören? In der Podcastfolge „#9 Talk mit Rita & Franziska: Milzautorität im Alltag“ sprechen wir darüber, wie sich Milzautorität im echten Leben zeigt. → Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du deine Strategie und Autorität nicht nur verstehen, sondern im Alltag wirklich sicherer wahrnehmen möchtest, kannst du bei mir eine Basisanalyse oder eine individuelle Human Design Session buchen. → Zu meinen Angeboten

Human Design Ernährungsstrategie 1: Appetit – eins nach dem anderen essen

Die Human Design Ernährungsstrategie 1 heißt Appetit. In ihrer links fixierten Variante gehört sie zu einem aktiven Körper und beschreibt eine sehr einfache Form der Nahrungsaufnahme: eins nach dem anderen. Einzelne Lebensmittel, möglichst unvermischt, möglichst wenig verarbeitet. Eine Kartoffel ist eine Kartoffel, ein Apfel ein Apfel. Sobald mehrere Zutaten miteinander verarbeitet werden, verändert sich dieses Prinzip bereits. Auch Gewürze und Salz spielen dabei eine Rolle. Was auf dem Papier zunächst ziemlich simpel klingt, kann im eigenen Experiment sehr viel tiefer gehen. Genau deshalb wollte ich für meinen Podcast Human Design Leben einmal mit jemandem darüber sprechen, der diese Ernährungsstrategie tatsächlich lebt. Franziska hat Appetit links und experimentiert inzwischen seit längerer Zeit sehr konsequent damit. Ich habe sie gefragt, wie sie überhaupt angefangen hat, wie ihre Ernährung vorher aussah, was sich während der Umstellung verändert hat, wo sie an Grenzen gestoßen ist und was mit der Zeit nicht nur mit ihrem Essen, sondern auch mit ihrer Körperwahrnehmung und ihrem restlichen Leben passiert ist. Das Spannende an ihrer Geschichte ist, dass sich manches rückblickend schon sehr früh gezeigt hat. Franziska ist ländlich aufgewachsen, ihre Eltern hatten einen eigenen Garten und sogar Ziegen. Sie konnte einfach in den Garten gehen, eine Karotte herausziehen oder einen Apfel essen. Gleichzeitig gab es natürlich auch gekochtes und gebackenes Essen. Rückblickend erkennt sie heute trotzdem, dass dieses sehr einfache, naturbelassene Essen schon früh etwas war, das ihr entgegenkam. Dazu kommt bei ihr die Kognition Geschmack. Sie war schon als Kind ziemlich selektiv und hat Dinge aussortiert, die für sie nicht gepasst haben. Was ich an ihrem Experiment besonders interessant finde: Sie hat ihre Ernährungsstrategie schon viele Jahre gekannt, bevor sie sie wirklich umgesetzt hat. Bereits 2006 hatte ihr jemand von ihrer Ernährung erzählt. Sie konnte damit damals überhaupt nichts anfangen. Erst 2023 kam das Thema wieder wirklich in ihr Leben und sie hatte ein Ernährungsreading. Auch danach hat sie nicht sofort alles umgestellt. Sie hat erst einmal angefangen, herumzuprobieren. Brot war noch dabei, Wurst war noch dabei, Gewürze waren noch dabei. Irgendwann kam dann der Impuls, wirklich konsequent in das Experiment hineinzugehen. Zwischen dem Reading und der vollständigen Umstellung lagen ungefähr eineinhalb Jahre. Genau das finde ich so wichtig. Ein Ernährungsexperiment hat sein eigenes Timing. Der Körper muss dafür bereit sein. Gerade am Anfang wird sichtbar, wie schnell der Verstand versucht, aus Human Design wieder ein Ernährungskonzept zu machen. Franziska hatte zum Beispiel beim Thema Salz sofort diesen Gedanken: Man braucht doch Salz. Gleichzeitig hat sie immer wieder ausprobiert, wie ihr Körper darauf reagiert. Irgendwann wurde deutlicher, dass ihr Körper selbst Rückmeldung gibt. Das Gleiche hat sie mit einzelnen Lebensmitteln erlebt. Eine Zeit lang hat sie sehr häufig Süßkartoffeln gegessen. Ihr Kopf war überzeugt, dass das passt. Ihr Körper hat über die Verdauung längst etwas anderes signalisiert. Erst nach und nach konnte sie die Verbindung herstellen. Genau da beginnt für mich das eigentliche Experiment: beobachten, ausprobieren, körperliche Rückmeldung wahrnehmen und wieder justieren. Auch vor ihrer bewussten Umstellung gab es bereits starke körperliche Reaktionen, die sie damals überhaupt nicht mit Ernährung in Verbindung gebracht hatte. Sehr gemischte Gerichte konnten bei ihr Bauchkrämpfe, Migräne und starke Übelkeit auslösen. Erst später konnte sie diese Erfahrungen neu einordnen. Im Laufe ihres Experiments wurden die Signale früher und eindeutiger. Einer der eindrücklichsten Momente für sie kam nach der konsequenteren Umstellung. Sie beschreibt es so, als hätte ihr Gehirn plötzlich einen Gang höher geschaltet. Ihr Denken wurde klarer und strukturierter. Gleichzeitig entstand auch im Körper eine andere Form von Klarheit. Sie hatte vorher gar nicht realisiert, wie viel Nebel oder Dysfunktionalität sie als normal erlebt hatte. Erst als sich etwas veränderte, konnte sie den Unterschied überhaupt wahrnehmen. Bei Franziska spielt außerdem der aktive Körper hinein. Früher konnte sie sechs oder acht Stunden durcharbeiten, obwohl sie längst Hunger hatte. Sie hat das Signal wahrgenommen und ist trotzdem darüber hinweggegangen. Später kam dann teilweise starker Heißhunger, weil ihr Körper sich die fehlende Energie wieder holen wollte. Heute nimmt sie diese Signale früher wahr und reagiert anders darauf. Gerade daran sieht man auch, wie individuell Human Design Ernährung wird. Ein aktiver Körper bringt andere Bedürfnisse mit als ein passiver Körper, und selbst innerhalb derselben Ernährungsstrategie bleibt der Mensch individuell. Die Umstellung war dabei nicht immer angenehm. Gerade der fehlende Geschmack von Salz, Gewürzen und verarbeitetem Essen war eine echte Veränderung. Franziska beschreibt eine Phase, in der sie in ihrer Küche stand, überall Essen hatte und trotzdem das Gefühl hatte, nichts davon essen zu wollen. Ihr Geschmack musste sich erst neu ausrichten. Auch unterwegs wurde das Experiment praktisch. Restaurantbesuche sind mit Appetit nicht unbedingt einfach. Auf einem Buffet bleiben vielleicht einzelne Früchte, Reis oder Gemüse. Sie hat deshalb oft eigenes Essen dabei. Am Anfang entstand daraus zeitweise sogar Stress, weil sie das Gefühl hatte, sie müsse für jede Situation vorbereitet sein. Mit der Zeit wurde auch das wieder entspannter. Sie hat gelernt, dass ein Experiment sich nicht perfekt organisieren lässt. Für mich wird es besonders spannend an dem Punkt, an dem sich das Ernährungsexperiment in andere Lebensbereiche hineinbewegt. Franziska beschreibt, dass ihre Strategie und Autorität mit der Zeit noch klarer wurden. Sie begann irgendwann allein zu schlafen, weil sie merkte, dass das für ihren Körper stimmiger ist. Sie veränderte die Versorgung ihrer Pferde und gab Verantwortung ab, die sie viele Jahre selbst getragen hatte. Dinge, die lange selbstverständlich zu ihrem Leben gehört hatten, wurden plötzlich überprüfbar. Was passt noch? Was ist Gewohnheit? Was gehört wirklich zu mir? Sie verbindet diese Klarheit sehr stark damit, dass ihr Körper insgesamt anders funktionierte und sie sich selbst dadurch präziser wahrnehmen konnte. Genau deshalb ist Strategie und Autorität für mich auch bei PHS die Grundlage. Die Information über deine Ernährungsstrategie allein reicht nicht. Der Mind kann daraus sofort wieder Regeln machen, die man möglichst perfekt erfüllen möchte. Das Experiment entsteht darüber, dass der Körper mit einbezogen wird und dass du wahrnimmst, wann etwas wirklich passt und wann nicht mehr. Franziska sagt heute selbst, dass sie froh war, während ihres Prozesses Menschen an ihrer Seite zu haben, bei denen sie Fragen stellen konnte. Gerade weil sich im