In der Podcastfolge #16 habe ich wieder mit Lena gesprochen. Wir hatten vorher schon eine Folge zu Strategie und Autorität aufgenommen und diesmal wollte ich mit ihr tiefer in ihr Ernährungsexperiment gehen. Lena ist manifestierende Generatorin mit sakraler Autorität, 2/4-Profil und hat die Human Design Ernährungsstrategie Nummer 3, Durst heiß. Dazu kommt bei ihr die Kognition Geschmack. Mich hat vor allem interessiert, wie das Ganze tatsächlich im Alltag aussieht, weil genau das für mich bei PHS immer das Spannende ist: Wie hast du vorher gegessen? Wie bist du überhaupt in das Experiment gekommen? Was hat sich verändert? Und was passiert, wenn der Körper diese Ernährungsweise mit der Zeit immer besser kennenlernt? Lena ist über ihre DDP-Ausbildung damit in Berührung gekommen und hat erst einmal ein bis zwei Jahre eher halbherzig experimentiert. Irgendwann kam noch einmal eine klare Reaktion und sie ist konsequenter eingestiegen. Genau dadurch hat sie noch einmal einen ganz anderen Unterschied wahrgenommen. Und ich finde das so wichtig, weil Ernährung eine unglaublich tiefe Konditionierung sein kann und dieser Weg einfach so lange dauern darf, wie er dauert.

Bevor Lena mit ihrer Ernährungsstrategie angefangen hat, hatte sie unglaublich viele Ernährungskonzepte im Kopf. Gesund sollte es sein, ökologisch sollte es sein, manche Lebensmittel waren irgendwann tabu, weil sie irgendwo gelesen hatte, dass sie schädlich seien. Sie hat Basenfasten ausprobiert, vegan gegessen und unterschiedliche Konzepte getestet. Dazu kam bei ihr das offene Emotionszentrum und damit auch dieses Thema: Wenn ich irgendwo eingeladen bin, kann ich dann wirklich sagen, danke, das esse ich jetzt nicht? Genau diese Konfrontation mit dem Außen kennen viele. Bei Durst heiß geht es um Nahrung, die in irgendeiner Form verändert oder zubereitet wurde, also gekocht, gebacken, erhitzt, und um viel Flüssigkeit über die Nahrung oder über Getränke. Beim linken Durst geht es um Wärme über Körpertemperatur. Spannend fand ich, dass Lena rückblickend schon als Kind und Jugendliche immer wieder genau dort gelandet ist. Ihre Mutter hat dieselbe Ernährungsstrategie und hat viel gekocht. Als Jugendliche hat Lena bei einem Bäcker gearbeitet und sich dort sehr häufig ein überbackenes Käsebrötchen mit Remoulade geholt. Heiß und fettig. Rückblickend konnte sie sehr gut sehen, dass ihr Körper damals schon einiges ganz intuitiv gewählt hatte.

Dann kommt bei Lena noch Geschmack als Kognition dazu. Und auch das war schon lange vor ihrem bewussten Human Design Experiment sichtbar. Lena hat beim Frühstück zum Beispiel immer erst einmal vom Brötchen abgebissen, bevor sie es überhaupt geschmiert hat. Für andere sah es so aus, als würde sie schon anfangen zu essen. Für sie war das überhaupt kein Essen. Ihr Körper wollte erst einmal schmecken, was gleich kommt. Genau dieses Probieren ist heute immer noch da. Der Geschmack gibt ihr auch Information darüber, wann genug ist. Sie beschreibt, dass sie durchaus sehr viel essen kann und irgendwann plötzlich merkt: Jetzt ist der Geschmack weg. Dann ist für sie auch das Essen fertig. Über die Zeit hat sich außerdem verändert, welche Konsistenzen sie anziehen. Am Anfang waren es noch viele feste Sachen, Nudeln, Pizza, warmes Brot. Später kamen immer mehr Suppen, Saucen und flüssigere warme Mahlzeiten dazu. Sie hat irgendwann gemerkt, dass diese Flüssigkeit die Wärme für sie anders hält. Gleichzeitig beschreibt sie eine ganz andere Sättigung. Früher hatte sie oft das Gefühl, unglaublich viel essen zu können und trotzdem nicht wirklich fertig zu sein. Heute erlebt sie diesen Abschluss viel klarer.

Sehr spannend fand ich auch unser Gespräch über Trinken. Lena mag Wasser schlichtweg nicht. Ihr Geschmack sagt dazu offenbar sehr klar etwas und sie trinkt hauptsächlich Tee, teilweise auch selbst aufgekochten Tee aus Fenchelsamen. Sie hatte irgendwann sogar ihre Blutwerte untersuchen lassen, weil sie wissen wollte, wie es ihrem Körper mit dieser Ernährungsweise geht, und beschreibt, dass diese Werte für sie sehr positiv und eine Bestätigung ihres eigenen Experiments waren. Genau an dieser Stelle sieht man für mich wieder so schön, wie unterschiedlich Körper funktionieren können. Ich habe im Gespräch mein eigenes Beispiel gebracht: Bei meiner Ernährungsstrategie Klang leise spielt die Umgebung die entscheidende Rolle. Sobald in einem Getränk Nährstoffe stecken, gehört für meinen Körper auch das bereits zur Nahrungsaufnahme und damit wird die richtige Umgebung wichtig. Deshalb bin ich irgendwann bei heißem Wasser gelandet und liebe es inzwischen. Lena sitzt daneben mit ihrem Tee und genau das ist Differenzierung. Jeder Körper hat seine eigene Mechanik und darf über das Experiment herausfinden, wie das tatsächlich für ihn aussieht.

Auch im Familienalltag hat sich bei Lena mit der Zeit viel verändert. Früher war Essen häufig stressig, weil sie für die Hauptmahlzeiten verantwortlich war, alle etwas anderes mochten und sie selbst oft überhaupt kein Gefühl von wirklicher Sättigung hatte. Dazu hat sie einen aktiven Körper und braucht regelmäßig Nahrung. Ihr Mann und ihre Familie funktionieren da anders. Heute wissen sie das. Lena erzählt von einer langen Fahrradtour zu einem Herbstmarkt, bei der ihrem Mann sofort klar war: Mama braucht jetzt erst einmal etwas zu essen. Da gab es warmen Grillkäse und für sie war das genau passend. Dieses Verständnis ist inzwischen einfach Teil ihres Familienlebens geworden. Gleichzeitig kann sie viel besser schauen, was ihre Kinder eigentlich brauchen, weil sie selbst versorgt ist. Auch Schokolade spielt inzwischen kaum noch eine Rolle. Auf einem Geburtstag kann sie vor einem großen Kuchenbuffet sitzen, Kaffee oder Tee trinken und merken, dass sie gerade überhaupt keinen Kuchen braucht. Ihre Schwiegermutter weiß inzwischen, wie sie isst, macht ihr etwas Warmes oder wärmt ein Brötchen für sie auf. Diese Standhaftigkeit im eigenen Experiment ist mit der Zeit gewachsen und damit wurde auch das Außen entspannter.

Was Lena über die körperlichen Veränderungen erzählt hat, fand ich besonders schön. Sie beschreibt ihren Körper heute gleichzeitig gesetzter, geerdeter und leichter. Sie fühlt sich fokussierter und wacher und nimmt eine klarere Wahrnehmung wahr. Sie spricht auch über diesen Brainfuck, den viele kennen, dieses Gefühl, dass im Kopf permanent ein Film läuft und Denken unglaublich anstrengend wird. Bei ihr ist da inzwischen viel mehr Klarheit. Gerade mit ihren zwei emotional definierten Kindern merkt sie das sehr deutlich. Früher konnte diese emotionale Welle sie schnell aus der Reserve locken und der Impuls war da, sofort etwas tun zu müssen, damit wieder Harmonie entsteht. Heute beschreibt sie, dass sie stehen bleiben, die Situation betrachten und präsenter mit ihren Kindern sein kann. Genau da sind wir im Gespräch bei einem Wort gelandet, das für mich PHS sehr gut beschreibt: Stabilisierung. Der erste Transformationsschritt ist die Stabilisierung von innen über die Ernährung. Und Lena hat dafür selbst ein unglaublich schönes Bild gefunden: Sie hat das Gefühl, ihren Körper immer mehr bewohnen zu können. Sie spürt inzwischen eine engere Beziehung zu ihm und hat richtig Freude daran herauszufinden, was ihm guttut.

Und genau dieses Ankommen hat bei Lena auch dazu geführt, dass Essen viel weniger Thema geworden ist. Am Anfang war da noch dieses Gefühl: Jetzt habe ich wieder eine neue Aufgabe. Ich muss warm essen. Ich muss daran denken. Irgendwann ist die Ernährungsweise einfach Teil des Lebens geworden. Und das ist auch das, was Lena jemandem mitgeben würde, der neu in sein PHS-Experiment startet: „Versuch es nicht richtig zu machen.“ Geh damit spielen, wenn dein Körper ein Go hat. Lass dem Experiment Zeit. Wenn Stress oder Zwang aufkommen, darf auch wieder ein Schritt zurück passieren. Man kann dieses Experiment auch später im Leben beginnen. Und man kann beobachten, wie viel Noise von außen eigentlich noch mitredet. Jedes Jahr kommt irgendein neues Ernährungskonzept, irgendeine neue Idee darüber, was gesund sein soll und was jeder essen oder trinken müsste. Für mich bleibt deshalb Strategie und Autorität die Grundlage. Von dort kann der Körper anfangen, seine eigene Führung überhaupt wieder wahrzunehmen.

Genau deshalb liebe ich diese Gespräche über PHS so sehr. Ich möchte reale Experimente hören. Ich möchte wissen, wie es am Anfang wirklich war, wo der Verstand reingegrätscht ist, wo es gedauert hat und wie sich etwas über Jahre verändert. Lena beschreibt heute eine Ernährungsweise, bei der sie sich gesättigter, klarer und stabiler fühlt und bei der Essen seinen ständigen mentalen Stellenwert verloren hat. Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Entwicklungen im PHS-Experiment: Du musst dir irgendwann nicht mehr permanent Gedanken darüber machen, wie du deinem Körper etwas Gutes tun kannst. Du lernst ihn kennen. Du beobachtest ihn. Und mit der Zeit wird seine eigene Führung immer selbstverständlicher.

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In der Podcastfolge „#16 Interview mit Lena: Ernährungsstrategie 3 – Durst warm“ spreche ich mit Lena darüber, wie sich ihre Ernährungsstrategie Durst heiß im Alltag entwickelt hat, welche Rolle Geschmack dabei spielt und was sich über die Jahre bei Sättigung, Familie, Körperwahrnehmung und ihrem Verhältnis zum Essen verändert hat.

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P.S. Wenn du deine eigene PHS Ernährungsstrategie kennenlernen und wirklich in deinem Alltag damit experimentieren möchtest, begleite ich dich in meiner Human Design Ernährungsbegleitung dabei, deine individuelle Mechanik zu verstehen und Schritt für Schritt in dein eigenes Experiment zu bringen.

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