Emotionale Autorität im Human Design klingt in der Theorie erst einmal relativ klar: Entscheidungen brauchen Zeit. Im echten Alltag sieht das oft ganz anders aus. Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Sabrina gesprochen. Sabrina ist Projektorin mit emotionaler Autorität und hat Human Design während der Corona-Zeit über ihre Schwester kennengelernt. Erst einmal hat sie es wieder weggelegt. Ende 2020 hat sie dann ihr erstes Reading gebucht, weil sie das System wirklich lernen wollte. Von dort aus begann ihr eigenes Experiment und damit auch die Frage: Wie fühlt sich emotionale Autorität eigentlich im echten Leben an?
Bei Sabrina zeigte sich ein Thema sehr deutlich: Entscheidungen zu schnell zu treffen. Direkt zusagen, direkt reagieren, direkt wissen wollen, ob etwas passt. Mit der Zeit hat sie angefangen, genau dort etwas zu verändern. Kurz innehalten. Sich Zeit nehmen. Später noch einmal in eine Entscheidung hineingehen und schauen, wie sie sich dann anfühlt. Gerade bei emotionaler Autorität ist dieser zeitliche Raum ein wesentlicher Teil der Mechanik. Die Entscheidung muss nicht in diesem einen Moment getroffen werden. Für Sabrina wurde genau dieses Warten im Alltag immer greifbarer, weil sie beobachten konnte, was passiert, wenn sie sich diese Zeit tatsächlich gibt.
Ein großer Teil unseres Gesprächs ging auch in den Beruf. Sabrina hat in einem Job lange über ihre eigenen Grenzen hinaus gearbeitet und dabei irgendwann sehr deutlich gemerkt, wie wenig Energie eigentlich noch da war. Gerade als Projektorin ist dieses Thema natürlich spannend, weil die Arbeitswelt sehr schnell dazu verleitet, mit der Energie anderer mitzuhalten und immer weiterzumachen. Bei Sabrina kam irgendwann der Punkt, an dem sie ihre Stunden reduziert hat. Und genau darüber konnte sie sehr klar beobachten, was es für sie bedeutet, wenn etwas leichter geht und wie sich Arbeit anfühlt, wenn sie nicht permanent über die eigenen körperlichen Grenzen hinausgeht.
Dieses „leicht gehen“ finde ich gerade bei Projektoren immer wieder spannend. Es bedeutet nicht, dass nichts mehr herausfordernd sein darf. Es geht viel mehr darum, wahrzunehmen, wie viel Widerstand entsteht, wenn man sich permanent durch etwas hindurchdrückt. Sabrina konnte über ihre Arbeit sehr konkret beobachten, was passiert, wenn sie ihre eigene Energie nicht berücksichtigt und wie sich etwas verändert, wenn sie beginnt, ihren Körper und ihre Grenzen ernster zu nehmen. Genau solche Erfahrungen machen Human Design für mich irgendwann greifbar. Das Wissen allein sagt einem noch nicht, wie sich die eigene Mechanik wirklich anfühlt. Das entsteht über das Experiment.
Natürlich sind wir bei einer Projektorin auch beim Thema Einladung gelandet. Denn eine Einladung muss nicht immer so aussehen, dass jemand direkt vor einem steht und sagt: „Ich lade dich jetzt dazu ein.“ Einladungen können über Menschen aus dem eigenen Umfeld entstehen und sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Genau deshalb ist es so wichtig, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was sich für einen selbst einladend anfühlt. Auch das entsteht nicht dadurch, dass man eine Definition auswendig lernt. Man beginnt zu beobachten: Wo werde ich wirklich gesehen? Wo entsteht Raum für mich? Wo kommt etwas auf mich zu? Und wie fühlt sich mein Körper dabei an?
Bei emotionaler Autorität kommt zu dieser Einladung noch die eigene Entscheidungsmechanik dazu. Für eine Projektorin reicht die Einladung allein nicht. Danach braucht es weiterhin die emotionale Autorität. Genau dort wird Human Design im Alltag so individuell. Eine Einladung kann vorhanden sein und trotzdem braucht es Zeit, bis sich zeigt, ob sie für diesen Menschen wirklich korrekt ist. Sabrina beschreibt in unserem Gespräch sehr schön diesen Weg vom schnellen Zusagen hin zu einem bewussteren Innehalten und späteren erneuten Hineinspüren.
Für mich zeigt ihr Experiment auch wieder, warum Strategie und Autorität nicht einfach zwei Begriffe sind, die man einmal versteht und dann abhakt. Sie werden über das Leben gelernt. Über Arbeit, Beziehungen, Einladungen und Entscheidungen. Über Situationen, in denen man wieder zu schnell zugesagt hat, und über andere, in denen man sich die Zeit genommen hat. Genau daraus entsteht mit der Zeit die eigene Wahrnehmung dafür, wie emotionale Autorität tatsächlich funktioniert.
Du möchtest das Thema lieber hören?
In der Podcastfolge „#14 Interview mit Sabrina: Emotionale Autorität im Alltag“ spreche ich mit Sabrina darüber, wie sich emotionale Autorität, Einladungen und die eigene Energie als Projektorin im echten Alltag zeigen.
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P.S. Wenn du deine Strategie und Autorität nicht nur kennen, sondern im eigenen Alltag wirklich verstehen und beobachten möchtest, kannst du mit meiner Basisanalyse einsteigen.