Emotionale Autorität im Human Design: Warum Entscheidungen Zeit brauchen
Emotionale Autorität im Human Design klingt in der Theorie erst einmal relativ klar: Entscheidungen brauchen Zeit. Im echten Alltag sieht das oft ganz anders aus. Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Sabrina gesprochen. Sabrina ist Projektorin mit emotionaler Autorität und hat Human Design während der Corona-Zeit über ihre Schwester kennengelernt. Erst einmal hat sie es wieder weggelegt. Ende 2020 hat sie dann ihr erstes Reading gebucht, weil sie das System wirklich lernen wollte. Von dort aus begann ihr eigenes Experiment und damit auch die Frage: Wie fühlt sich emotionale Autorität eigentlich im echten Leben an? Bei Sabrina zeigte sich ein Thema sehr deutlich: Entscheidungen zu schnell zu treffen. Direkt zusagen, direkt reagieren, direkt wissen wollen, ob etwas passt. Mit der Zeit hat sie angefangen, genau dort etwas zu verändern. Kurz innehalten. Sich Zeit nehmen. Später noch einmal in eine Entscheidung hineingehen und schauen, wie sie sich dann anfühlt. Gerade bei emotionaler Autorität ist dieser zeitliche Raum ein wesentlicher Teil der Mechanik. Die Entscheidung muss nicht in diesem einen Moment getroffen werden. Für Sabrina wurde genau dieses Warten im Alltag immer greifbarer, weil sie beobachten konnte, was passiert, wenn sie sich diese Zeit tatsächlich gibt. Ein großer Teil unseres Gesprächs ging auch in den Beruf. Sabrina hat in einem Job lange über ihre eigenen Grenzen hinaus gearbeitet und dabei irgendwann sehr deutlich gemerkt, wie wenig Energie eigentlich noch da war. Gerade als Projektorin ist dieses Thema natürlich spannend, weil die Arbeitswelt sehr schnell dazu verleitet, mit der Energie anderer mitzuhalten und immer weiterzumachen. Bei Sabrina kam irgendwann der Punkt, an dem sie ihre Stunden reduziert hat. Und genau darüber konnte sie sehr klar beobachten, was es für sie bedeutet, wenn etwas leichter geht und wie sich Arbeit anfühlt, wenn sie nicht permanent über die eigenen körperlichen Grenzen hinausgeht. Dieses „leicht gehen“ finde ich gerade bei Projektoren immer wieder spannend. Es bedeutet nicht, dass nichts mehr herausfordernd sein darf. Es geht viel mehr darum, wahrzunehmen, wie viel Widerstand entsteht, wenn man sich permanent durch etwas hindurchdrückt. Sabrina konnte über ihre Arbeit sehr konkret beobachten, was passiert, wenn sie ihre eigene Energie nicht berücksichtigt und wie sich etwas verändert, wenn sie beginnt, ihren Körper und ihre Grenzen ernster zu nehmen. Genau solche Erfahrungen machen Human Design für mich irgendwann greifbar. Das Wissen allein sagt einem noch nicht, wie sich die eigene Mechanik wirklich anfühlt. Das entsteht über das Experiment. Natürlich sind wir bei einer Projektorin auch beim Thema Einladung gelandet. Denn eine Einladung muss nicht immer so aussehen, dass jemand direkt vor einem steht und sagt: „Ich lade dich jetzt dazu ein.“ Einladungen können über Menschen aus dem eigenen Umfeld entstehen und sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Genau deshalb ist es so wichtig, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was sich für einen selbst einladend anfühlt. Auch das entsteht nicht dadurch, dass man eine Definition auswendig lernt. Man beginnt zu beobachten: Wo werde ich wirklich gesehen? Wo entsteht Raum für mich? Wo kommt etwas auf mich zu? Und wie fühlt sich mein Körper dabei an? Bei emotionaler Autorität kommt zu dieser Einladung noch die eigene Entscheidungsmechanik dazu. Für eine Projektorin reicht die Einladung allein nicht. Danach braucht es weiterhin die emotionale Autorität. Genau dort wird Human Design im Alltag so individuell. Eine Einladung kann vorhanden sein und trotzdem braucht es Zeit, bis sich zeigt, ob sie für diesen Menschen wirklich korrekt ist. Sabrina beschreibt in unserem Gespräch sehr schön diesen Weg vom schnellen Zusagen hin zu einem bewussteren Innehalten und späteren erneuten Hineinspüren. Für mich zeigt ihr Experiment auch wieder, warum Strategie und Autorität nicht einfach zwei Begriffe sind, die man einmal versteht und dann abhakt. Sie werden über das Leben gelernt. Über Arbeit, Beziehungen, Einladungen und Entscheidungen. Über Situationen, in denen man wieder zu schnell zugesagt hat, und über andere, in denen man sich die Zeit genommen hat. Genau daraus entsteht mit der Zeit die eigene Wahrnehmung dafür, wie emotionale Autorität tatsächlich funktioniert. Du möchtest das Thema lieber hören? In der Podcastfolge „#14 Interview mit Sabrina: Emotionale Autorität im Alltag“ spreche ich mit Sabrina darüber, wie sich emotionale Autorität, Einladungen und die eigene Energie als Projektorin im echten Alltag zeigen. → Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du deine Strategie und Autorität nicht nur kennen, sondern im eigenen Alltag wirklich verstehen und beobachten möchtest, kannst du mit meiner Basisanalyse einsteigen. → Zur Basisanalyse
Wie starte ich mein Human Design Experiment?
Wenn man Human Design kennenlernt, hört man ziemlich schnell: Strategie und Autorität. Das ist das A und O. Aber Strategie und Autorität zu leben, kann man am Anfang meistens überhaupt nicht perfekt. Bei vielen ist die eigene Körperwahrnehmung so verschüttet, dass man erst einmal gar nicht greifen kann, wie sich die eigene Autorität eigentlich zeigt. Genau so war es bei mir. Ich wusste theoretisch, dass ich eine Milzautorität habe, aber ich hatte keine Ahnung, wie mein Instinkt funktioniert oder wie ich ihn überhaupt wahrnehmen soll. Ich war so weit von meinem Körper entfernt, dass ich zwischendurch wirklich dachte: Dafür brauche ich wahrscheinlich zwanzig Jahre. Und vielleicht ist es bei einer Bauchstimme von der Mechanik her zunächst etwas leichter, weil sie im Hier und Jetzt reagiert. Trotzdem kann auch das für Generatoren sehr herausfordernd sein, wenn genau diese Bauchstimme über Jahre verschüttet wurde. Jeder beginnt irgendwo. Der eine findet schneller einen Zugang, der andere braucht Jahre. Und irgendwann versteht man: Es ist ein Experiment. Es gibt keinen Punkt, an dem man fertig ist. Für mich gehört dazu auch die Frage: Wer bin ich eigentlich wirklich? Und damit meine ich nicht: Wer möchte ich sein? Was würde mein Verstand gern aus mir machen? Sondern: Was ist mein Blueprint und was sind meine Limitationen? Ich liebe meine Limitationen inzwischen. In unserer Gesellschaft hört man ständig: Du kannst alles, wenn du es nur willst. Gleichzeitig kennt eigentlich jeder irgendwo seine eigenen Grenzen. Für mich war es ein riesiger Schritt, diese Limitationen nicht mehr bekämpfen zu wollen, sondern sie anzuerkennen und irgendwann sogar schön zu finden. Auch das ist für mich eine Form von Selbstliebe. Und genau deshalb gibt es für den Start ins Experiment auch nicht die eine Anleitung, die für jeden Menschen funktioniert. Es hängt vom Typ ab, von der eigenen Resonanz, von der Person, mit der man vielleicht eine erste Session hatte, und davon, was überhaupt korrekt für einen ist. Ich kann nur meine Erfahrungen und Beobachtungen teilen und zeigen, wo man anfangen könnte. Bei mir begann das Ganze mit Beobachtung. Ich wurde nicht durch einen mentalen Entschluss ins Human Design Experiment gezogen. Es war einfach korrekt und ich bin gegangen. Meine Autorität konnte ich damals noch überhaupt nicht benennen. Also habe ich angefangen zu beobachten: Was passiert eigentlich mit mir? Was macht mein Körper? Was macht mein Verstand? Meine Milzautorität ist Instinkt im Hier und Jetzt, relativ kühl, leise und nüchtern. Ich kann heute nicht einmal sagen, wann ich zum ersten Mal ganz bewusst wahrgenommen habe: Ah, das war jetzt meine Milz. Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Was mir von Anfang an sehr geholfen hat, war meine Strategie als Projektorin. Auf Einladung zu warten war für mich eine Limitation, die sofort unglaublich viel Entspannung gebracht hat. Also fing ich an zu beobachten: Was ist überhaupt eine Einladung? Wie fühlt sie sich an? Was passiert, wenn ich eingeladen bin, und was passiert, wenn ich mich selbst irgendwo hineinbewege? Mit der Zeit bekommt man dafür ein Gefühl. Ein ganz großer Teil des Experiments war für mich gleichzeitig, den Verstand beobachten zu lernen und mich nicht permanent mit allem zu identifizieren, was dort oben passiert. Das ist bis heute eine Übung. Manchmal gerät man in eine Gedankenschleife, aber diese Schleifen werden mit der Zeit kürzer. Man erkennt schneller: Okay, da läuft gerade mein Verstand. Und je mehr diese Beobachtung geschult wird, desto feiner wird irgendwann auch die Wahrnehmung des Körpers. Dann entstehen plötzlich diese Momente, in denen man seine Autorität erkennt. Und genauso sieht man natürlich auch die anderen Entscheidungen. Ich treffe auch nach Jahren noch Entscheidungen aus dem Verstand. Das gehört dazu. Entscheidend ist für mich, überhaupt erkennen zu können: Okay, das war jetzt eine Mind-Entscheidung. Was hat mein Körper gemacht? Was hat mein Verstand erzählt? Welche Angst war vielleicht dahinter? Genau darüber entsteht mit der Zeit eine immer präzisere Wahrnehmung. Für Projektoren finde ich gerade am Anfang des Experiments noch etwas anderes unglaublich wichtig. Viele Projektoren, die ich in Sessions sehe, sind erschöpft. Sie wissen mit ihrem offenen Sakral häufig überhaupt nicht mehr, wann genug wirklich genug ist, weil sie permanent auf der Energie anderer Menschen laufen. Wenn es möglich ist, kann es deshalb unglaublich interessant sein, sich bewusst Zeit allein zu nehmen. Wer bin ich, wenn ich allein schlafe? Wer bin ich, wenn ich eine Weile nicht permanent von anderen Menschen energetisch beeinflusst werde? Wie viel Ruhe brauche ich wirklich? Wie viel kann ich tatsächlich tun? Wie viel Schlaf brauche ich und wie viel Zeit brauche ich zusätzlich einfach nur horizontal? Ich habe irgendwann herausgefunden, dass ich abends ungefähr zwei Stunden brauche, bevor ich überhaupt schlafen kann, damit mein System leer wird. Und auch morgens tut meinem Körper zusätzliche Zeit im Bett gut. Mein Verstand hat lange gebraucht, um das nicht als Faulheit zu bewerten. Für meinen Körper gehört diese Ruhezeit aber zu meiner Mechanik. Genau solche Dinge gilt es im Experiment überhaupt erst herauszufinden. Wenn man einmal ein paar Tage oder sogar zwei oder drei Wochen ohne den üblichen Rhythmus, ohne Wecker und ohne permanente Anforderungen verbringen kann, kann man unglaublich viel darüber lernen, welchen Rhythmus der eigene Körper eigentlich hat. Bei Generatoren würde ich gerade am Anfang sehr stark mit der Bauchstimme arbeiten. Auch diese Mechanik ist bei vielen Menschen verschüttet. Generatoren werden schon früh darauf konditioniert, Fragen mit dem Verstand zu beantworten. Bei einer Frage wie „Wie geht es dir?“ muss der Verstand sofort eine Antwort formulieren. Eine Frage wie „Geht es dir gut?“ kann dagegen direkt eine sakrale Reaktion auslösen. Deshalb finde ich Ja-Nein-Fragen und richtige Frageblöcke für Generatoren so spannend. Man kann das mit einer anderen Person üben oder auch die eigene Reaktion beobachten und dadurch langsam lernen: Wann antwortet mein Sakral und wann ist mein Verstand schon schneller? Wo wird es schwierig? Bei welchen Themen mischt sich der Kopf sofort ein? Auch hier ist es wieder Beobachtung. Wo bin ich frustriert? Wo habe ich meine sakrale Energie vielleicht nicht korrekt eingesetzt? Bin ich in der richtigen Arbeit? In den richtigen Beziehungen?
Sakrale Autorität im Human Design: Wie sich die Bauchstimme im Alltag zeigt
Sakrale Autorität wird im Human Design oft ziemlich einfach beschrieben: Hör auf deine Bauchstimme. Für Menschen, die gerade erst ins Experiment starten, ist damit aber noch lange nicht klar, wie sich diese Bauchstimme eigentlich anhört oder wie sie sich im Körper bemerkbar macht. Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Lena gesprochen. Lena ist manifestierende Generatorin mit sakraler Autorität und lebt inzwischen seit einigen Jahren ihr Experiment. Was ich an unserem Gespräch besonders spannend fand, war, wie wenig dieser Prozess mit einem einzigen großen Aha-Moment zu tun hatte. Ihre sakrale Wahrnehmung wurde über die Jahre immer deutlicher, weil sie angefangen hat, ihren Körper im Alltag tatsächlich zu beobachten. Als Lena Human Design kennengelernt hat, ist sie zunächst sehr stark über das Wissen eingestiegen. Sie hat gelesen, Kurse besucht und ihren Kopf gefüllt. Gleichzeitig gab es schon damals diese körperliche Erleichterung: Da wird etwas beschrieben, das ich irgendwie kenne. Ihre sakrale Autorität war also nicht plötzlich neu da. Sie hatte nur noch keine bewusste Sprache dafür. Gerade weil ihr Sakral bei ihr unbewusst definiert ist, musste sie mit der Zeit überhaupt erst lernen, diese Reaktionen in ihrem Körper wahrzunehmen. Rückblickend sagt sie selbst, dass es ihr wahrscheinlich gutgetan hätte, am Anfang noch viel stärker nur mit dieser Bauchstimme zu experimentieren und zu beobachten, wie sie sich bei ihr persönlich zeigt. Trotzdem war auch das Wissen ein Teil ihres Weges, weil darüber etwas in ihr resoniert hat und Vertrauen in das eigene Experiment entstanden ist. Was ich dabei besonders wichtig finde: Es gab bei Lena diesen einen Moment nicht, in dem sie plötzlich wusste: Jetzt habe ich meine Bauchstimme gefunden. Es war eine Entwicklung. Eine ihrer großen frühen Entscheidungen war das Nein zu ihrem Weg als Lehrerin. Körperlich war diese Entscheidung klar und gleichzeitig waren da Zweifel und Ängste. Eine klare Körperreaktion bedeutet nicht automatisch, dass der Verstand anschließend still ist. Lena beschreibt, wie über die Jahre immer mehr Vertrauen entstanden ist, weil sie die Konsequenzen ihrer Entscheidungen erleben konnte. Ihre Zufriedenheit wurde größer, der Frust nahm Stück für Stück weniger Raum ein und die Körperkommunikation wurde immer wahrnehmbarer. Das Experiment wurde dadurch zu etwas, das sich immer tiefer im eigenen Leben verankert. Wenn Lena heute beschreibt, wie ihr Sakral spricht, wird auch deutlich, wie individuell diese Wahrnehmung sein kann. Im Kontakt mit anderen Menschen kommen bei ihr durchaus die typischen sakralen Laute. Wenn sie allein ist, erlebt sie ihre Reaktion viel stärker körperlich. Dann geht etwas in ihr an. Sie beschreibt eine Energie, die sich vom Bauch nach oben ausbreitet und sich teilweise kribbelig anfühlt. Beim Essen kommt auch ganz selbstverständlich dieses zufriedene „Mmm“. Besonders interessant fand ich, dass ihre Neins für sie inzwischen teilweise klarer sind als ihre Jas. Wenn etwas nicht passt, zieht sich ihr Körper zusammen. Es öffnet sich nichts. Gerade als Generatorin war für sie ein wichtiger Teil des Experiments, ihre permanente Verfügbarkeit zu reduzieren und nicht auf alles mit einem Ja zu reagieren. Sakrale Energie bedeutet, Energie für das zu haben, worauf der Körper tatsächlich reagiert. Bei Lena kommt zusätzlich ihre zyklische Mechanik hinein. Ihr Sakral ist über den Kanal 42–53 definiert, und sie erlebt sehr deutlich, dass sie mit einer Entscheidung in einen Zyklus einsteigt. Wenn sie etwas beginnt, geht sie damit häufig bis zum Ende. Früher hat sie Ausbildungen oder Kurse durchgezogen, obwohl sie längst nicht mehr glücklich damit war. Heute fließt dieses Wissen bereits in ihre Entscheidungen ein. Wenn eine Anfrage kommt oder ein neuer Weg auftaucht, spürt sie viel bewusster hin: Habe ich dafür wirklich Energie? Denn wenn sie in diesen Zyklus einsteigt, weiß sie, dass sie ihn nicht einfach nach zwei Wochen wieder fallen lassen möchte. Auch Krisen innerhalb eines Zyklus bedeuten für sie nicht automatisch, dass die ursprüngliche Entscheidung falsch war. Anfang, Mitte und Ende gehören zu ihrer eigenen Mechanik dazu. Ein besonders schönes Beispiel für eine sakrale Entscheidung gab es bei Lena schon lange bevor sie überhaupt wusste, was Human Design ist. Während ihrer ersten Schwangerschaft stand die Frage im Raum, wo sie ihr Kind bekommen möchte. Ihr Verstand hatte viele nachvollziehbare Argumente für ein großes Krankenhaus. Gleichzeitig entdeckte sie ein Geburtshaus in ihrer Nähe und ihr Körper hatte darauf ein klares Ja. Sie informierte sich ausführlich über mögliche Risiken, hörte sich kritische Erfahrungen an und wusste trotzdem: Hier möchte ich anfangen. Interessant ist, dass dieses Ja gar nicht bedeutete, dass die Geburt unbedingt dort enden musste. Ihr Körper war für den Anfang klar und gleichzeitig offen dafür, wie der Weg weitergehen würde. Heute kann sie diese Erfahrung rückblickend sehr deutlich als Körperentscheidung erkennen. Beim zweiten Kind war später wiederum das Krankenhaus korrekt für sie. Genau solche Geschichten zeigen für mich sehr schön, wie individuell Strategie und Autorität im echten Leben werden. Und natürlich gibt es auch die anderen Tage. Lena hat im Gespräch einen Nachmittag beschrieben, an dem sie gleich mehrfach über ihre eigenen Reaktionen hinweggegangen ist. Sie war an einem Ort, an dem sie sich ohnehin nicht besonders wohlfühlte, organisierte Dinge für ihre Familie, hatte für vieles eigentlich kein echtes Ja und wurde im Laufe des Tages immer angespannter. Irgendwann begann ihr Verstand, die komplette Organisation zu übernehmen. Sie telefonierte, plante, initiierte und versuchte, alles in den Griff zu bekommen. Am Ende kam sie mit Frust und Zorn zu Hause an. Das Spannende war, dass sie inzwischen schon währenddessen wahrnehmen konnte: Ich bin hier gerade im falschen Film. Sie konnte den laufenden Prozess nicht sofort stoppen, aber sie erkannte viel schneller, was passiert war. Und genau darin liegt für mich ein riesiger Teil des Experiments. Die Wahrnehmung wird feiner. Man erkennt früher, wann der Kopf übernimmt, wann man sich selbst übergeht und wie sich das anschließend im Körper anfühlt. Auch nach einer solchen Situation beginnt schnell die nächste mentale Schleife. Warum habe ich das gemacht? Wieso habe ich mich wieder übergangen? Warum war ich so frustriert? Lena beschreibt sehr offen, wie kreativ ihr Verstand darin sein kann, sie anschließend auch noch dafür zu verurteilen. Mit der Zeit hat sie gelernt, auch das
Milzautorität im Human Design: Wie sie sich im Alltag wirklich zeigt
Milzautorität gehört für mich zu diesen Dingen im Human Design, die man über eine Beschreibung nur sehr schwer greifen kann. Die berühmte „kleine leise Stimme“ hat mir am Anfang jedenfalls nicht besonders viel geholfen. Was soll das eigentlich heißen? Wie fühlt sich diese Stimme an? Woher weiß ich, ob gerade meine Milz spricht oder mein Verstand? Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Human Design Leben“ mit Franziska gesprochen. Wir sind beide Projektorinnen mit Milzautorität und erleben diese Körperintelligenz trotzdem unterschiedlich. Gerade deshalb finde ich solche Gespräche so spannend, weil irgendwann sichtbar wird, wie vielseitig sich dieselbe Autorität im echten Leben zeigen kann. Bei der Milz kann die Information unglaublich schnell da sein. Manchmal ist es ein Impuls, manchmal ein Bild, manchmal ein Wissen im Hier und Jetzt. Es kann Gänsehaut sein oder einfach nur ein ganz neutrales „okay“. Und manchmal passiert etwas, das vermutlich viele Menschen mit Milzautorität kennen: Im Nachhinein denkt man „Ich hab’s doch gewusst.“ Da war vorher bereits etwas im Körper, ein ganz kurzer Hinweis, und der war so schnell wieder weg, dass der Verstand anschließend problemlos darüber hinweggehen konnte. Genau darüber entwickelt sich mit der Zeit auch die Feinheit. Anfangs braucht es manchmal noch ziemlich deutliche Signale, bis man überhaupt erkennt: Ah, das war meine Milz. Irgendwann beginnt man, diese viel kleineren Impulse wahrzunehmen. Wir haben im Podcast einige Situationen aus unserem Alltag erzählt, bei denen genau das sichtbar wurde. Beim Skifahren gab es dieses klare körperliche Ja oder Nein und anschließend sehr unmittelbare Rückmeldungen vom Körper. Franziska erzählte von Herpes als Warnsignal. Bei mir konnte es so etwas Banales sein wie der Impuls, den Computer jetzt herunterzufahren, und später wurde deutlich, warum genau das Energie gespart hat. Ich kenne auch diese Situationen, in denen mein Körper mich irgendwie umleitet, bevor mein Verstand überhaupt erkennen kann, was da gerade passiert. Das Faszinierende daran ist für mich, dass die Erklärung häufig erst später kommt. Im Moment selbst ist da einfach diese Information. Gerade Emotionalität kann so einen kurzen Impuls sehr schnell überlagern. Die Milz hat längst etwas gemeldet und kurze Zeit später rauschen Gefühle, Gedanken und Geschichten darüber. Dann wird es schwieriger, den ursprünglichen Impuls überhaupt noch wiederzufinden. Auch deshalb ist Beobachtung für mich ein so großer Teil dieses Experiments. Was war zuerst da? Wann hat mein Körper reagiert? Wann ist der Verstand eingestiegen? Und was ist anschließend passiert? Ich habe über die Jahre immer wieder erlebt, dass genau diese Rückschau unglaublich hilfreich ist. Man beginnt allmählich, die eigene Sprache des Körpers kennenzulernen. Als Projektorin sehe ich dabei natürlich auch die Verbindung zur Einladung. Eine Einladung kann da sein und mein Körper kann trotzdem keine Resonanz darauf haben. Dann kommt vielleicht der Kopf und findet hundert Gründe, warum diese Einladung doch großartig wäre. Später zeigt sich möglicherweise Widerstand oder Bitterkeit. Für mich sind auch solche Erfahrungen Teil der Differenzierung. Sie zeigen im Rückblick sehr deutlich, an welcher Stelle der Körper bereits etwas wusste und an welcher Stelle ich mit dem Verstand weitergegangen bin. Je länger das Experiment läuft, desto mehr solcher Erfahrungen sammeln sich an und desto feiner wird dieses Erkennen. Wenn du deine Milzautorität gerade noch überhaupt nicht greifen kannst, finde ich deshalb Freiraum und Beobachtung so wertvoll. Einen Schritt zurücktreten, den eigenen Körper beobachten, auch den Verstand beobachten und den kleinen Signalen Zeit geben. Die Milz wird mit dem Experiment vertrauter. Irgendwann erkennt man vielleicht die erste Gänsehaut, das erste Bild, diesen ganz kurzen Impuls oder dieses unspektakuläre „okay“. Und irgendwann wird aus einer Beschreibung im Human Design Chart etwas sehr Persönliches: die eigene Erfahrung damit, wie der Körper im Hier und Jetzt spricht. Du möchtest das Thema lieber hören? In der Podcastfolge „#9 Talk mit Rita & Franziska: Milzautorität im Alltag“ sprechen wir darüber, wie sich Milzautorität im echten Leben zeigt. → Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du deine Strategie und Autorität nicht nur verstehen, sondern im Alltag wirklich sicherer wahrnehmen möchtest, kannst du bei mir eine Basisanalyse oder eine individuelle Human Design Session buchen. → Zu meinen Angeboten
Der Verstand kann sich nicht ausmalen, woher korrekte Entscheidungen kommen
Gestern habe ich eine Podcastfolge aufgenommen: Human Design Projektor: Uneingeladen. Und in dieser Folge geht es wirklich um die Projektorstrategie der Einladung. Um dieses Thema, das für Projektoren so riesig ist. Um Geduld. Um Energie. Um das Nicht-Verpulvern der eigenen Energie in die Welt, wenn es nicht korrekt ist und wenn es vor allem nicht eingeladen ist. Und ich habe in dieser Folge auch darüber gesprochen, wie sehr der Verstand am Anfang damit beschäftigt sein kann. Wo bleiben denn jetzt die Einladungen? Warum kommt denn jetzt keine Einladung? Wie soll ich denn so existieren? Was passiert denn, wenn ich nicht ständig selber losgehe? Und schlussendlich ist es ja so: Du bekommst als Projektor nicht unbedingt viele Einladungen. Du bekommst die Einladungen, die gerade korrekt sind. Die energetisch korrekt sind. Die gesund für dich sind. Die du umsetzen kannst. Und genau das finde ich gerade wieder so spannend, weil mein Verstand sich niemals hätte ausmalen können, aus welcher Ecke vor ein paar Wochen eine Einladung kommt. Ich wurde zu einem Online-Kongress eingeladen. Und zwar zu einem richtig spannenden Online-Kongress von der wunderbaren Iris Pointinger. Der Kongress heißt: Hätt ich doch mal. Er findet vom 09.11. bis 18.11. statt. Und ihr könnt euch hier anmelden:https://musterbrechen.coaching-iris.de/login Ich fand diese Einladung so faszinierend, weil sie für mich wieder genau gezeigt hat: Der Verstand kann sich einfach nicht ausmalen, was für Einladungen kommen. Ich hätte mir das nicht ausgedacht. Ich hätte nicht geplant: Ach, da kommt jetzt eine Einladung für einen Online-Kongress. Und dann auch noch für einen Kongress, der thematisch so passend ist. Denn bei diesem Kongress geht es im Grunde um Muster. Um Konditionierung. Um die Frage, warum wir bestimmte Dinge nicht tun. Warum wir unserer Körperintelligenz nicht folgen können. Warum wir Dinge, die eigentlich korrekt für uns wären, trotzdem nicht umsetzen. Und in Human Design Sprache würde ich sagen: Es geht um Dekonditionierung. Um Muster, die brechen dürfen. Um den Weg zurück zu sich selbst. Und was ich dabei so faszinierend finde: Bei diesem Kongress arbeiten alle anders. Es sind ganz unterschiedliche Menschen dabei, mit ganz unterschiedlichen Brillen, mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen. Und trotzdem teilen sie alle etwas miteinander: Verstehen alleine reicht nicht. Es geht um das Umsetzen. Um das Leben. Um die Praxis. Um das, was wirklich im Alltag passiert. Und genau das ist ja auch das, was ich immer wieder sage. Es gibt auf dieser Welt so viele Brillen. Human Design ist eine Brille. Eine sehr präzise Brille, ja. Aber es ist eine Brille. Es gibt 100 Millionen Brillen, durch die man Konditionierung, Muster, Körperintelligenz, Entscheidungen und dieses Zurückfinden zu sich selbst anschauen kann. Die eine Person geht über Human Design. Eine andere über das Nervensystem. Eine andere über Psychologie. Eine andere über Körperarbeit. Eine andere über Sucht, Gewohnheiten, Kindheitsmuster oder Generationenthemen. Und unterm Strich geht es oft um etwas sehr Ähnliches: Wie komme ich wieder zu mir zurück? Wie kann ich Muster erkennen? Wie kann ich das, was ich verstanden habe, wirklich leben? Für mich als objektive sechste Linie ist das extrem spannend. Weil ich immer wieder sehe: Es gibt nicht nur eine Brille. Es gibt viele. Und je nachdem, was für dich korrekt ist, womit dein Körper ein Go hat, genau damit gehst du weiter. Das ist dann richtig für dich. Das muss nicht Human Design sein. Und wenn es Human Design ist, dann geht es trotzdem nicht darum, einfach nur dein Chart schön lesen zu können. Human Design kam mit Wissen in diese Welt, weil wir sonst kaum einen Zugang zurück zum Körper hätten. Wir treffen seit 85.000 Jahren Entscheidungen mit dem Verstand. In dieser Zeit, in diesem Leben, in dieser Prägung, in dieser Welt, kommt der Zugang für viele erst einmal über den Verstand. Deshalb bringt Human Design dieses präzise Wissen mit. Aber am Ende geht es um Strategie und Autorität. Um Körperintelligenz. Um Experiment. Um Umsetzung. Und genau deshalb wurde meine Perspektive eingeladen. Meine Human Design Brille auf Konditionierung und Dekonditionierung. Meine Wahrnehmung dazu, warum wir Dinge nicht umsetzen, obwohl wir sie wissen. Warum wir wieder in alte Muster fallen. Warum der Verstand so laut sein kann. Warum der Körper etwas anderes sagt. Und warum Human Design erst dann wirklich lebendig wird, wenn es im Alltag gelebt wird. Bei diesem Kongress sind ganz unterschiedliche Expertinnen und Experten dabei. Menschen, die sich mit Gewohnheiten, Sucht, Kindheitsmustern, Generationenthemen, Nervensystem, Psychologie, Veränderung, Rollen und Konditionierung beschäftigen. Unter anderem sind dabei Annette und Herbert Himmelstoss mit dem Thema Sucht und die Macht der Gewohnheit. Birgit Haus mit Kindheitsmustern, die sich im Leben wiederholen. Dr. Ivona Schönwald mit dem, was durch Generationen weitergegeben wird. Saskia Merz mit dem Nervensystem. Mailin Motrak mit Psychologie im Alltag. Floris Weber, Arzt, mit Veränderung, Muster und Bewusstsein. Und viele mehr. Und genau das mag ich daran so sehr. Es ist nicht alles dieselbe Sprache. Es ist nicht alles dieselbe Methode. Es sind unterschiedliche Brillen. Unterschiedliche Wege. Unterschiedliche Menschen. Aber diese eine gemeinsame Richtung ist spürbar: Verstehen alleine reicht nicht. Und das ist auch der Punkt, an dem es für mich wieder direkt mit Human Design zusammenläuft. Weil Human Design im Kern genau das ist. Es geht nicht um Wissen sammeln. Es geht nicht darum, noch mehr Konzepte im Kopf zu haben. Es geht darum, wieder Zugang zum Körper zu finden. Strategie und Autorität zu leben. Den eigenen Körper wieder lesen zu lernen. Zu beobachten. Zu experimentieren. Zu merken, was korrekt ist und was nicht. Und vielleicht ist genau das auch der Grund, warum diese Einladung für mich so korrekt war. Weil sie nicht aus meinem Kopf kam. Weil ich mir das nicht ausgedacht habe. Weil sie von außen kam. Weil ich gesehen wurde mit dem, was ich tue. Mit meiner Brille. Mit meiner Arbeit. Mit meinem Fokus auf Human Design leben, Körperintelligenz, Strategie und Autorität. Und deswegen teile ich diesen Kongress hier mit euch. Wenn euch das Thema Muster, Konditionierung, Körperintelligenz, Umsetzung und Dekonditionierung ruft, dann schaut euch den Online-Kongress „Hätt ich doch mal.“ von Iris Pointinger an. Er findet vom 09.11. bis 18.11. statt. Hier könnt
Human Design-Brille: Körperintelligenz oder Schmerz
Human Design ist eine Brille. Punkt. Und genau so sollte man es auch nehmen: als eine Möglichkeit, das Leben zu betrachten, nicht als endgültige Wahrheitsschablone. Menschen begegnen Dingen und machen sofort daraus: richtig oder falsch, Wahrheit oder Irrtum. In der Realität laufen hier hunderte Millionen Brillen nebeneinander, aus gutem Grund, weil jeder Mensch mit etwas anderem Resonanz hat. Du kannst zwanzig verschiedene Zugänge haben, die am Ende denselben Outcome bedienen, nur über eine andere Sprache, eine andere Praxis, einen anderen Einstieg. Human Design ist eine dieser Brillen. Human Design musste mit diesem Wissen in die Welt kommen. Nicht, damit wir es sammeln und dann in den Kopf stellen wie ein hübsches Regalstück. Dieses Wissen hat eine Aufgabe: es soll dich durch dieses präzise Wissen zurück in deine Körperintelligenz bringen. Wir kommen aus 85.000 Jahren Verstandesentscheidungen. Wir sind darauf trainiert, zu planen, zu bewerten, Konzepte zu übernehmen, Sicherheit im Außen zu suchen und uns von äußeren Autoritäten sagen zu lassen, was korrekt für uns ist. Genau deshalb ist der Zugang über präzises Wissen in dieser Zeit so ein Gamechanger, weil du sonst oft nicht mal weißt, wo du überhaupt anfangen sollst. Sag jemandem „geh in deine Körperintelligenz“ und du bekommst sehr häufig nur ein Fragezeichen zurück. Human Design gibt dir einen Anhaltspunkt, eine Richtung, eine Startlinie. Der Kern bleibt Körperintelligenz, Strategie und Autorität. Und ja, das hat mit der Zeitqualität zu tun. Ab 2027 kippt die Hintergrundfrequenz. Das Außen wird nicht mehr dieses weiche Auffangbecken bleiben, das viele gewohnt sind: Gemeinschaft, Support, Tribe, Verträge, Absicherung, dieses „es hält schon irgendwer“. Das fällt auseinander, nicht als Lichtschalter von heute auf morgen, sondern als Bewegung, die sich durchzieht. Wenn äußere Autoritäten anfangen wegzubrechen, stehst du da mit deinem Leben. Dann brauchst du etwas, das dich trägt, und das ist nicht mehr das nächste generalisierte Konzept, das dir erklärt, wie man es „machen sollte“. Dann ist dein eigener Körper dein Kompass. Dann ist deine Körperintelligenz dein Auffangbecken. Und das betrifft jeden gottverdammten Lebensbereich: Gesundheit, Versorgung, Human Design Ernährung, Beziehungen, Familie, Beruf, Geld, Marketing, Verkaufen, alles. Diese Zeit verlangt, dass du dich selbst im Alltag navigieren kannst. Das heißt nicht, dass generalisierte Konzepte keinen Platz haben. Sie stehen da, weil sie für irgendwen passen. Der Punkt ist nur: der Körper entscheidet, ob es für dich passt. Resonanz oder keine Resonanz. Und genau da setzt Human Design an. Es geht nicht um Recht-haben, es geht nicht um ein neues Dogma, es geht nicht um den nächsten Instagram-Post, an dem du dich festhängst. Es geht um den Skill, dich zu beobachten, ohne dich zu identifizieren. Es geht um den Skill, deinen Verstand als Verstand zu erkennen und ihn nicht als Führungsinstanz für dein eigenes Leben zu behandeln. Strategie und Autorität sind dafür die Tür. Und dieser Skill ist riesig. Einer der größten überhaupt. Wenn du mit Human Design in Resonanz bist, dann hol dir deinen Chart, hol dir deine Strategie und Autorität, und geh in dein eigenes Experiment. Du wirst Widerstände merken, du wirst Flow merken, du wirst Frieden merken, Befriedigung, Erfolg, Überraschung. Du wirst merken, wie dein Körper sich entspannt, wenn du aufhörst, dein Leben über Kopfkonzepte zu pressen. Und du wirst merken, wie sich dein echtes Leben durchsetzt, wenn du aufhörst, dich von außen zu konditionieren, von Eltern, von Plattformen, von Meinungen, von Autoritäten, die gar nicht dein Leben leben müssen. Human Design ist keine äußere Autorität. Human Design ist eine Brille. Diese Brille ist präzise, und sie zeigt dir, wo du anfangen darfst. Der Rest passiert durch dein Experiment. Und das ist der einzige Punkt, der am Ende zählt: Körperintelligenz zurückholen, Entscheidungskraft aus dem Körper, in jedem einzelnen Bereich. Von mir zu dir in Liebe, Rita P.S. Wenn du dein Design bereits kennst und an einem konkreten Thema rund um Körperwahrnehmung, Entscheidungen oder Dekonditionierung weiterarbeiten möchtest, können wir das in einer Human Design Session gemeinsam anschauen. 60 Minuten 160 €→ Termin vereinbaren
Projektor & Job: Einladung oder nichts
Einladungen sind für Projektoren kein Nice-to-have. Das ist die Art, wie wir mit der Welt in Kontakt kommen, ohne unsere Energie zu verheizen. Wir haben ein offenes Sakral, wir generieren keine Energie wie Generatoren, und genau deshalb ist dieses Thema so gnadenlos praktisch: Wenn wir da draußen einfach loslaufen, „machen“, „anbieten“, „reinrennen“, dann wird es früher oder später bitter. Wir sind hier, um zu sehen, um zu erkennen, um zu guiden, und das funktioniert sauber, wenn wir gesehen werden für das, was wir mitbringen. Und dieses Gesehenwerden ist in der Praxis sehr oft die Einladung. Bei den großen Themen ist das für Projektoren der entscheidende Punkt. Wohnort, Liebe, Freundschaften, Job. Und ja, bei den kleinen Dingen kannst du im Alltag ständig schauen: ist es einladend, ist es einladend für mich, was sagt meine Autorität. Was für Projektoren aber nochmal ein eigenes Minenfeld ist: wann teile ich meine Einsichten, Ansichten, Wahrnehmung. Projektoren sehen viel, tief, schnell. Und wenn du das raushaust, ohne dass da wirklich ein Gegenüber ist, das genau dafür offen ist, kann das richtig eklig werden. Das ist dieser Moment, wo du merkst: du hast etwas gebracht, was eigentlich stimmt, aber es landet nicht, es kippt, es prallt ab, und du sitzt danach da mit dieser ganz speziellen Projektor-Verbitterung. Das ist so ein präziser Marker, das kennen Projektoren wirklich bis in die Zellen. Und jetzt zu dem Teil, der mich im beruflichen Kontext so interessiert, gerade Corporate, Firmen, offizielle Einladungen von außen. Da wird so viel spekuliert, weil wir konditioniert sind auf „du musst ja Geld verdienen“, „du brauchst ja den Job“, „du musst ja aktiv werden“. Und dann kommt dieses Anzeigen-Thema: Eine Firma stellt eine Stelle online, du findest die Anzeige einladend, du denkst dir „okay, das ist es“. Ich habe lange genau da mitgedacht und mitdiskutiert, weil ich genau wissen wollte, wie sich eine echte berufliche Projektor-Einladung anfühlt. Und ich kann inzwischen sagen: ich habe den Unterschied erlebt. Es gibt in meiner Branche eine Plattform, eine große, bekannte. Da habe ich seit Ewigkeiten ein Profil, schon seit über 20 Jahren, und ich aktualisiere das ab und zu. Lebenslauf, Stationen, einfach dass man mich finden kann. Als ich Ende letztes Jahr meinen Job gekündigt habe, habe ich mein Profil nochmal aktualisiert und dann wieder vergessen, dass es überhaupt existiert. Und dann kam plötzlich eine Nachricht von einer Firma. Nicht „wir haben eine Stelle, bewirb dich“. Sondern: wir haben dein Profil gesehen, wir möchten dich kennenlernen. Da war dieses klare „wir sehen, was du gemacht hast, wir sehen, was du kannst, und wir wollen dich genau dafür kennenlernen“. Als ich das gelesen habe, war in mir sofort dieses: Einladung. Gesehenwerden. Und dann hat sich diese Einladung von vorne bis hinten so angefühlt, wie ich Projektor-Einladung inzwischen erkenne: leicht. Flow. Keine Anstrengung. Ich musste nichts schieben, nichts beweisen, nichts ziehen. Angefangen bei ganz praktischen Sachen wie Abholung vom Bahnhof, Übernachtung, Abendessen, Frühstück. Für mich war gesorgt. Ich musste nichts tun. Und auch die Gespräche hatten genau diese Qualität: ich konnte einfach ich selbst sein. Kein verkrampftes Vorstellungsgespräch, kein performen, kein „bitte erkenne mich doch“. Diese Entspanntheit ist für mich der Punkt. Das ist Projektor-Korrektheit. Wenn es korrekt ist, fühlt es sich nicht nach Kampf an. Es fühlt sich nach Zahnrädchen an, die greifen. Und genau deshalb ist diese Unterscheidung so wichtig, gerade im Beruf. Projektoren verlieren in beruflichen Kontexten so viel Energie, wenn sie in Rollen reinrutschen, wo sie nicht wirklich eingeladen sind. Wo sie sich über Anzeigen, über Druck, über „ich muss doch“ reinziehen. Diese echten Einladungen kommen anders. Die kommen nicht als „hier ist eine offene Stelle“, die kommen als „ich will dich“. „Ich sehe dich.“ „Ich möchte dich dafür kennenlernen.“ Und ja, manchmal kommt das aus einer Richtung, wo du denkst: warum jetzt, warum da, warum diese Stadt, warum dieser Ort. Das ist deine Frequenz, die da nach außen hin arbeitet. Aber es fühlt sich an wie aus dem Nichts. Und genau dadurch habe ich kapiert: es funktioniert. Es funktioniert wirklich. Das Leben kommt auf dich zu. Und hier wird es dann wieder sehr schlicht: halb funktioniert das nicht. Wenn du Strategie und Autorität nur als Idee hast, wird es im Leben nichts bringen. Wenn du dich hingibst, wenn du dem vertraust, wenn du wirklich wartest, dann kommt es. Es braucht keine zehn Einladungen zur Auswahl. Eine einzige reicht. Und diese eine kann korrekt sein. Für Projektoren ist das keine Theorie, das ist Energie-Management, Lebensführung und Gesundheit. Das heisst nicht, dass du nichts tust und passiv bleibst. Du folgst deinem Bliss. Du übst dich in Hingabe an Strategie & Autorität, deiner Körperintelligenz. Und ja, manchmal heisst das Geduld haben und warten. Aber für einen Projektor kann selbst das schon eine Offenbarung sein. Für mich ist das der Kern im beruflichen Kontext: Projektor-Einladungen sind real. Sie haben eine Qualität. Du erkennst sie. Und wenn du sie einmal erlebt hast, verwechselst du sie nicht mehr mit „das klingt irgendwie nett“ oder „die Anzeige fühlt sich gut an“. In dem Moment wird das ganze Thema plötzlich praktisch. Und genau dafür liebe ich dieses Projektor-Thema so sehr: Es ist brutal simpel, wenn du es einmal erlebt & verstanden hast. Best, Rita Du möchtest das Thema lieber hören?In der Podcastfolge „Human Design Projektor: Uneingeladen“ spreche ich darüber, wie sich Einladung im echten Leben zeigt und was passiert, wenn wir versuchen, sie mental zu erzwingen.→ Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du dein Design bereits kennst und ein konkretes Thema rund um Arbeit, Einladungen oder deine Entscheidungen genauer anschauen möchtest, können wir das in einer Human Design Session gemeinsam vertiefen. 60 Minuten · 160 €→ Termin vereinbaren
85.000 Jahre Verstand – und warum wir jetzt Entscheidungen aus dem Körper treffen müssen
85.000 Jahre Verstand – und warum wir jetzt Entscheidungen aus dem Körper treffen müssen Der Mind identifiziert sich nur mit sich selbst. Und ich finde, wenn man das einmal wirklich greift, dann wird plötzlich so viel klarer, warum Strategie und Autorität (Körperintelligenz) für so viele Menschen so schwer sind. Warum es so schwer ist, sich darauf einzulassen, das im Experiment zu erleben, den Skill von Wahrnehmung und Beobachtung wirklich zu schulen. Ich ziehe vor jedem den Hut, der da reingeht, der die Eier hat, seinen Mind anzufangen zu beobachten – und ihn nicht mehr als Intelligenzgewalt für das eigene Leben zu nehmen. Und gleichzeitig verstehe ich’s komplett. Ich bin jetzt ein Dekonditionierungszyklus im Experiment und es ist einfach ein Pain in the ass, seine Autorität kennenzulernen, wenn du so konditioniert bist, wenn du so verschüttet bist, wenn der Körper so lange „unten“ war und der Verstand so lange „oben“. Wir haben unserem Mind 85.000 Jahre lang Beachtung geschenkt. Warum soll das jetzt einfach gehen, wieder in die Körperintelligenz zurückzufinden? Wenn man sich mal anschaut, wo wir herkommen: zuerst fünfzentrig, dann siebenzentrig – und im Sprung dahin kam der Ajna dazu, das Mentale, das Sprechen, der abgesenkte Kehlkopf, diese ganze Welt von Denken und Benennen. Und vom sieben- zum neunzentrigenWesen, von Homo sapiens sapiens zu Homo sapiens transitus, 1781 – das ist die neueste Wandlung. Wir sind ein Übergangsmodell. Dazu kam der Solarplexus, noch nicht voll ausgebildet, Vorform. Und wenn man sich die Welt anguckt: 50% definiert, 50% nicht definiert. Eine komplexe Gruppe und genau das hat einen Grund. Es war zum „üben“ da. Und wir können damit nicht umgehen, weil uns Strategie und Autorität fehlt. Weil wir alles über den Verstand machen. Der Mind identifiziert sich nur mit sich selbst – und du siehst das so schön, wenn du dir einen Human Design Chart anschaust und versuchst zu verstehen. Schwarz bewusst, rot unbewusst. Du kannst in manchen Programmen die rote Seite einfach ausblenden. Zack. Weg. Und plötzlich siehst du, womit sich der Verstand identifiziert: ein Bruchteil. Als würde der Körper nicht existieren. Als hätte der Körper kein Mitspracherecht. Als wäre Körperintelligenz nur ein besonders schönes Wort. Und das ist nicht „weil wir doof sind“. Das ist Konditionierung. Das ist Historie. Und bis jetzt hat es irgendwie funktioniert, weil wir von außen stabilisiert wurden. Autoritäten da draußen, Strukturen, Community, Verträge, „man fällt weich“. Das war die Hintergrundfrequenz. Und ab nächstem Jahr beginnt sich das zu drehen. Nicht wie ein Lichtschalter über Nacht, aber über die Jahre und über die nächsten Dekaden. Und dann wird es wehtun, wenn du weiter Entscheidungen aus dem Verstand triffst, weil du nicht mehr so weich aufgefangen wirst. Und genau da kommt Strategie und Autorität rein. Als Kompass. Weil die äußeren Autoritäten wegfallen. Du stehst da und willst dich irgendwo festhalten – und ja: an deiner eigenen Strategie und Autorität. Nur: das ist der Teil, den der Mind am liebsten überspringen würde, weil der Mind sich nur mit sich selbst identifiziert. Der will wieder Kontrolle. Der will wieder „ich hab’s verstanden“. Der will wieder „ich weiß es“. Und das ist der Moment, wo sich so viele in Human Design verlieren: Human Design Wissen bleibt Human Design Wissen. Nett. Spannend. Man kann damit Beziehungen verstehen, Arbeit verstehen, Muster verstehen. Das kann Selbstermächtigung sein, dieses „oh mein Gott, ich hab’s immer gewusst“. Ich kenne das. Ich hatte das. Vor allem bei Strategie und bei der Art, wie ich mit der Welt interagiere. Zelltief. Und trotzdem: dieses Potenzial wird nur freigeschaltet, wenn du Human Design Strategie und Autorität lebst. Daran geht kein Weg vorbei. Wir wollen Human Design im Alltag. Und jetzt ist nicht mehr die Zeit, Human Design nur zu konsumieren. 2020, Corona, da ist es bei vielen erst richtig reingeschwappt, leider oft verzerrt, viel Oberfläche, viel Bla. Und jetzt – sieben Jahre später als Beispiel für einen Zyklus – wird es Zeit, in die Körperintelligenz zu gehen. Nicht perfekt. Ich treffe nach Jahren im Experiment immer noch Entscheidungen, die nicht korrekt sind. Das ist okay. Das ist ein Experiment. Aber die Fähigkeit, dich selbst zu navigieren, die Fähigkeit, dich nicht mehr automatisch mit dem Geschnatter im Kopf zu identifizieren, die Fähigkeit, überhaupt zu merken: „Ah. Das ist mein Verstand und ich muss mich nicht identifizieren – das ist essenziell.Der Mind identifiziert sich nur mit sich selbst. Und genau deshalb braucht es diese Praxis. Beobachtung. Wahrnehmung. Immer wieder. Als Skill. Weil die Zukunft keine Lust mehr hat auf Entscheidungen aus dem Verstand, die nur deshalb „gehen“, weil das Außen dich auffängt. Und weil du am Ende keine Wahrheit brauchst, die du irgendwo liest, sondern einen Körper, der dich führen kann. Best, Rita Du möchtest das Thema lieber hören?In der Podcastfolge „Strategie & Autorität“ spreche ich darüber, wie Entscheidungen im Human Design aus dem Körper statt aus dem Verstand entstehen.→ Podcastfolge auf Spotify anhören P.S. Wenn du dein Design bereits kennst und ein konkretes Thema rund um Entscheidungen, Verstand oder Dekonditionierung genauer anschauen möchtest, können wir das in einer Human Design Session gemeinsam vertiefen. 60 Minuten · 160 €→ Termin vereinbaren
Körperwahrnehmung im Alltag: 15 einfache Wege, die dich schnell in den Körper holen
Körperwahrnehmung für Human Design im Alltag: 15 einfache Wege, die dich schnell in den Körper holen Die letzten Tage habe ich darüber nachgedacht, wie man am besten Körperwahrnehmung fürs Human Design Experiment übt oder einfach mal damit anfängt. Das wichtigste ist ja, dass du beginnst deine eigene Human Design Autorität kennenzulernen und deinen Körper dahingehend wahrzunehmen. Da es für jeden anders sein kann und es nicht die eine Sache gibt, liste ich hier ein paar Möglichkeiten. Vor allem alltagstauglich und gut integrierbar. Vielleicht bist du mit etwas in Resonanz und kommst so in die regelmäßige Beobachtung. Irgendwann wird es dann eine Gewohnheit und du merkst gar nicht mehr bewusst, dass die Wahrnehmung deines Körpers automatisch läuft. Spazieren ohne Input (kein Handy, Podcast, Musik) und nur Schritte / Atmung wahrnehmen Im Bett: Body Scan, 3-10 Minuten – Kopf bis Fuß durchgehen, atmen Körpertagebuch: Beobachtungen im Tag Beim Zähneputzen: 20 Sekunden nur den Stand spüren (Füße am Boden und Gewicht wahrnehmen) Yin Yoga, Restorative Yoga, langes halten und wahrnehmen Progressive Muskelentspannung (anspannen, lösen) Barfuß gehen mit unterschiedlichen Untergründen, Fußsohlen als Sensor nutzen Sitzen am Laptop: alle 30-60 Minuten (Alarm stellen), kurz Arme, Beine, Nacken etc. checken, schütteln, aufstehen, wahrnehmen Beim Duschen: Wasser auf der Haut auf Nacken, Schulter wahrnehmen Essen: Erster Bissen – wie fühlt es sich im Mund an, Textur, Temperatur, Schlucken Atem beobachten: Nur einatmen und ausatmen für ein paar Minuten Ausdauertraining und Krafttraining allgemein Hund: Gassi als Spiegel, beim Hund beobachten, was er anzeigt und parallel wahrnehmen, was in deinem Körper passiert, oft spiegelt der Hund deinen Zustand Hund: Ko-Regulation über Kontakt: Beim streicheln Fell, Wärme, Atmung wahrnehmen und schauen, wie schnell dein Nervensystem über das Tier runterfährt oder hochgeht. Abends im Bett: Hände auf Brust und Bauch, atmen und wahrnehmen, Körperteile scannen Falls ihr noch Anregungen habt – sehr gern. Best, Rita P.S. Wenn du dein Human Design nicht nur verstehen, sondern wirklich in deinem Alltag leben möchtest, kannst du mit einer Basisanalyse bei mir einsteigen. Dabei schauen wir auf deinen Typ, deine Strategie und Autorität und legen die Grundlage für dein eigenes Experiment. → Mehr zur Human Design Basisanalyse
Projektor-Strategie: Warum keine Einladung nicht immer heißt, dass der andere dich nicht sieht
Projektor-Strategie: Warum keine Einladung nicht immer heißt, dass du nicht gesehen wirst Wenn ich an meinen Einstieg ins Human Design zurückdenke, dann war das Thema Einladung der erste wirklich tiefe Einschlag. Das war nicht einfach „ah ja, interessant“, das war körperlich. Ich habe das zum ersten Mal gehört und es ist mir bis in die letzte Zelle gerutscht. Ich habe richtig gemerkt, wie sich etwas in mir entspannt hat, wie etwas in den Körper sinkt, wie da Resonanz entsteht. Und gleichzeitig war mein Mind komplett am Start, weil „warten auf Einladung“ klingt im Kopf erstmal wie ein schlechter Witz. Warten worauf bitte. Und dann auch noch bei den großen Themen: Beziehungen, Job, Wohnung, Liebe, Bindung. Genau da, wo man am liebsten sofort etwas tun will, sofort etwas regeln will, sofort etwas festhalten will. Für mich war diese zelltiefe Resonanz so deutlich, weil Projektoren ein offenes Sakral haben. Wir haben keine endlose Verfügbarkeit wie ein Generator, der über sein Sakral konstant Energie generiert. Und wenn man das einmal wirklich im Körper verstanden hat, dann merkt man, warum Einladungen essenziell sind. Es ist unsere Art, wie wir mit der Außenwelt in Kontakt gehen. Es ist die Art, wie wir überhaupt in die richtige Spur kommen. Es ist die Art, wie wir dahin kommen, wo wir gesehen werden – und wo unser Blick und unsere Wahrnehmung wirklich landen dürfen. Und dann kommt dieser zweite Teil, der genauso wichtig ist wie die große Einladung in Beziehung oder Job: der Alltag. Wann teile ich meine Einsichten. Wann teile ich meine Wahrnehmung. Wann gebe ich Impulse. Wann halte ich mich zurück. Das ist für Projektoren ein Riesenthema. Weil selbst wenn du eine große Einladung in eine Bindung hast, heißt das nicht, dass du dann einfach „alles rausballern“ kannst, jederzeit, zu jedem Thema. Dieses „ich sehe so viel, also sage ich es jetzt einfach“ kippt bei Projektoren so schnell. Und ich bin da in den letzten sieben Jahren so oft auf die Schnauze gefallen, gerade wenn es ums Teilen geht. Man merkt das irgendwann knallhart im Körper: Wenn du etwas teilst und da ist kein Gegenüber, das dich wirklich sieht dafür, dann kippt das Feld. Du spürst das. Das wird nicht weich, das wird nicht erfolgreich, das wird nicht gesehen. Das wird hart. Da kommt Widerstand. Da kommt Bitterkeit. Und dieser Unterschied ist so deutlich. Wenn du eingeladen bist, deine Wahrnehmung zu teilen, fühlst du dich gesehen und erfolgreich. Wenn du in etwas reinrennst, merkst du es irgendwann umgehend. Ich hatte auch gerade wieder ein aktuelles Beispiel, wo ich drübergebügelt bin. Ich will da nicht tiefer reingehen, aber es war wieder so ein Moment, wo mir im Nachhinein klar wurde: Du hattest hier keine Einladung, und du hast eine Lawine losgetreten. Und ja, das hat mir wehgetan. Ich hatte viel Mitgefühl. Und das ist genau der Punkt, der so wichtig ist, vor allem im Beziehungskontext: Keine Einladungen sind nicht nur „der andere sieht mich nicht“. Keine Einladungen sind auch „der andere ist noch nicht ready“. Und da hängt so viel dran, was wir nicht sehen können. Menschen haben ihre eigenen Konditionierungen. Ihre eigenen Themen. Ihre Scham. Ihre Emotionen. Ihre Geschichte. Und bei manchen Themen kann auch Kindheitstrauma dranhängen, Schutzmuster und andere Konditionierungen, die im Alltag irgendwie funktionieren müssen, damit der andere überhaupt stabil bleibt. Und dann kommt ein Projektor, sieht etwas, benennt etwas, gibt einen Impuls, und zack – Lawine. Weil da ein Grund ist, warum keine Einladung da war. Und dieser Grund hat nicht mal zwingend etwas mit dir zu tun. Es kann simpel sein: Der andere kann dich sehen, der andere kann sogar wissen, dass du da etwas sehr Präzises wahrnimmst, der andere kann sogar merken, dass du ein gutes Guiding geben könntest, und trotzdem ist es bei ihm oder ihr noch nicht dran. Weil da noch zu viel dazwischen ist. Weil da erst etwas anderes gehalten werden muss. Weil der Körper vom anderen an der Stelle noch nicht tragen kann, was du gerade bringen möchtest. Und genau da wird es so fein. Weil ja, du kannst eine offizielle Einladung in eine Freundschaft haben, eine Einladung in eine Beziehung, eine Einladung in eine Liebe. Und trotzdem braucht es innerhalb dieser Beziehung diese Präzision: Wo ist wirklich Raum für meine Wahrnehmung. Wo ist wirklich Raum für meine Einsicht. Wo ist wirklich Raum für meine Sichtweise. Und wo steht gerade einfach eine Schutzstruktur zwischen dem anderen und der Wahrheit, die eigentlich schon da ist. Wenn du dann drüberbügelst, wird es explosiv. Und dann passiert genau das, was viele Projektoren kennen: plötzlich hasst dich jeder. Und das ist so hart, weil du manchmal sogar recht haben kannst, und trotzdem kippt alles, weil es keine Einladung gab. Weil Timing nicht da war. Weil es zu viel war. Weil „genug“ überschritten war. Für mich ist das Einladungs-Thema deshalb so eine lebenslange Übung. Es geht nicht um „einmal verstanden und dann läuft’s“. Es geht um Wahrnehmung. Um dieses feine Spüren: Wann genug genug ist. Wann mein Impuls wirklich landen kann. Wann der andere mich wirklich sieht – nicht als Person, sondern für das, was ich da gerade wahrnehme. Und ja, ich nenne es ganz bewusst: Projektoren sind oft übergriffig. Das ist das richtige Wort. Wir können so viel sehen und so viel greifen und so viel benennen, dass wir schnell nach vorne gehen. Und weil wir konditioniert sind, loszulaufen. Initiieren. Eingreifen. Fixen. Helfen. Und weil wir mit offenem Sakral oft nicht merken, wann Schluss ist. Diese Mischung aus „ich sehe es“ und „ich halte es nicht aus, dass es nicht ausgesprochen ist“ ist bei Projektoren extrem. Und wenn du dann keinen inneren Skill hast, dich zurückzunehmen, wird es eine explosive Mischung. Warten ist ein Skill. Wirklich. Warten ist ein Skill. Und das ist so unsexy für den Mind, weil der Mind am liebsten sofort etwas tut. Sobald Angst hochkommt, wird gehandelt. Sobald Wut hochkommt, wird gehandelt. Sobald ein Glaubenssatz anspringt, wird gehandelt. Und genau das ist bei Projektoren der direkte Weg in Bitterkeit. Weil du dich verausgabst, weil du dich in Felder bringst,