Bei der Human Design Ernährungsstrategie Nummer 3 geht es um Durst. Anja hat die linke Variante, Durst heiß. Im PHS bedeutet das, dass Nahrung und Getränke für ihren Körper grundsätzlich über Körpertemperatur passend sind und dass Flüssigkeit eine wichtige Rolle spielt. Dabei geht es nicht darum, alles kochend heiß zu essen oder nur noch Suppen zu sich zu nehmen. Entscheidend ist die individuelle Umsetzung im eigenen Design. Anja kommt beispielsweise mit ausschließlich flüssiger Nahrung überhaupt nicht gut zurecht, weil sie gleichzeitig ein starkes Bedürfnis nach wirklicher Sättigung und Volumen im Magen kennt. Genau daran sieht man schon, dass eine Ernährungsstrategie nie isoliert vom restlichen Design betrachtet werden kann.

Vor Human Design hat Anja ganz klassisch gegessen: morgens eher kalt, abends Brotzeit, Salate, kalte Getränke, Eis und im Sommer auch gerne einen eisgekühlten Aperol Spritz. Eine besondere Tendenz zu warmer Ernährung hatte sie rückblickend nicht. Als sie ihre Ernährungsstrategie kennengelernt hat, war allerdings sofort ein Go da. Sie hatte sich schon vor ihrem ersten Reading mit Human Design beschäftigt und direkt nach ihrer Ernährung gefragt. Angefangen hat sie zunächst mit den Getränken. Sie hat sie wärmer getrunken, später Mahlzeiten nach und nach umgestellt und immer häufiger darauf geachtet, über Körpertemperatur zu essen. Genau diese schrittweise Umsetzung war für sie stimmig. Strategie und Autorität waren dabei die Grundlage und sind es bis heute.

Der Verstand fand natürlich nicht jede Konsequenz davon lustig. Eis, kalte Getränke oder bestimmte Dinge im Sommer waren schließlich vorher ganz normal gewesen. Anja hat daraus aber nie eine starre Regel gemacht. Wenn ihr Körper heute wirklich ein Go für etwas Kaltes gibt, dann macht sie das auch. Genau das ist für mich beim PHS so wichtig: Die Ernährungsstrategie wird nicht zum nächsten Konzept, das man sich überstülpt. Sie gibt eine Richtung vor, in der der Körper experimentieren kann. Und wenn Strategie und Autorität etwas anderes anzeigen, dann gehört auch genau diese Erfahrung ins Experiment.

Bei Anja kommt außerdem die Kognition Außenschau dazu. Das bedeutet für sie, dass ihre Augen eine wichtige Rolle spielen. Sie möchte sehen, was sie isst, und sich auf das Essen fokussieren können. Wenn sie selbst kocht, kann sie die Lebensmittel schon während der Zubereitung anschauen und ihr System bekommt früh visuelle Informationen darüber, was gleich kommt. Beim Einkaufen greift sie häufig spontan nach dem, worauf ihr Blick fällt. Gleichzeitig musste sie auch dort Konditionierung beobachten. Gerade weil Nachhaltigkeit für sie wichtig war, kam zwischendurch der Gedanke auf, sie müsste vielleicht gerade die Lebensmittel nehmen, die weniger schön aussehen. Für ihre Außenschau durfte sie irgendwann akzeptieren, dass das, was ihre Augen anspricht, für sie eine wichtige Information sein kann. Was dabei „schön“ bedeutet, ist natürlich vollkommen individuell.

Die Auswirkungen ihrer Ernährungsumstellung hat Anja besonders deutlich an ihrer Verdauung wahrgenommen. Wenn sie konsequent genügend Flüssigkeit und Wärme in ihre Nahrung bringt, beschreibt sie ihre Verdauung als wesentlich leichter. Müdigkeit nach dem Essen und Blähungen treten bei ihr dann deutlich weniger auf. Gerade bei rohen Salaten und Gemüse hatte sie früher oft die Vorstellung im Kopf, dass sie diese essen müsse, weil das allgemein als gesund gilt. Ihr eigener Körper hat ihr etwas anderes gezeigt. Diese Erfahrung war für sie ein wichtiger Schritt weg von allgemeinen Ernährungskonzepten und hin zu einer viel stärkeren Körperführung. Die zwölf Human Design Ernährungsstrategien zeigen genau diese Individualität: Was für einen Körper hervorragend funktioniert, kann für einen anderen überhaupt nicht passend sein.

Auch bei der Menge musste Anja einige allgemeine Vorstellungen loslassen. Sie kann große Portionen essen und auch mehrmals am Tag wirklich viel Nahrung brauchen. Ihr aktiver Körper spielt dabei für sie ebenfalls eine Rolle. Früher hat sie sich darüber teilweise gewundert, heute kann sie viel leichter akzeptieren, dass ihr Körper sich holt, was er braucht. Suppen allein funktionieren für sie beispielsweise überhaupt nicht als dauerhafte Lösung. Sie braucht etwas, das den Magen wirklich füllt. Porridge ist für sie ein gutes Beispiel: genügend Flüssigkeit und gleichzeitig Substanz und Sättigung. Auch Nudeln mit Sauce funktionieren für sie wesentlich besser als eine Mahlzeit, die hauptsächlich aus Flüssigkeit besteht. Gerade diese Kombination mit ihrem restlichen Design zeigt, warum die reine Information „Durst heißt viel Suppe“ viel zu kurz greifen würde.

Ein weiterer interessanter Punkt in Anjas Experiment ist ihre Wahrnehmung. Sie beschreibt, dass ihr Körpergefühl über die Jahre immer feiner geworden ist. Gleichzeitig fällt dieser Zeitraum mit anderen körperlichen Veränderungen zusammen, unter anderem damit, dass sie nach vielen Jahren die Pille abgesetzt hat. Deshalb möchte sie selbst gar nicht behaupten, jede Veränderung ausschließlich ihrer Ernährung zuordnen zu können. Was sie aber klar wahrnimmt: Sie hat heute eine ganz andere Beziehung zu ihrem Körper. Sie hört genauer hin, nimmt Signale früher wahr und versteht zunehmend, wie ihr Körper mit ihr kommuniziert. Gerade mit ihrer Milzautorität im Human Design ist diese immer feinere Körperwahrnehmung für sie ein wichtiger Teil ihres gesamten Experiments.

Auch etwas so Einfaches wie die Temperatur wurde mit der Zeit immer leichter wahrnehmbar. Am Anfang hat Anja teilweise ein Thermometer benutzt, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wann Essen über Körpertemperatur liegt. Heute merkt sie beim Trinken schon im Mund- und Rachenraum sehr schnell, ob etwas für sie warm genug ist. Im Sommer darf es eher lauwarm sein, im Winter mag sie Getränke häufig wärmer. Beim Essen achtet sie darauf, es möglichst direkt nach dem Kochen auf den Teller zu bringen, damit es nicht zu schnell auskühlt. Wenn das passiert, trinkt sie manchmal einfach warmes Wasser dazu. Das sind genau diese kleinen individuellen Lösungen, die im Laufe eines Experiments entstehen und irgendwann ganz selbstverständlich werden.

Ausnahmen gibt es trotzdem. Manchmal hat Anja Lust auf Sushi, manchmal auf ein kaltes Getränk. Sie merkt inzwischen deutlicher, wie ihr Körper darauf reagiert, und genau diese Rückmeldung gehört für sie ebenfalls dazu. Gerade am Anfang kann ein Körper möglicherweise auch Zeit brauchen, um sich überhaupt an eine andere Ernährungsweise zu gewöhnen. Für manche Menschen ist eine sehr konsequente Umstellung sofort richtig, für andere funktioniert ein langsamer Prozess besser. Anja würde rückblickend sogar noch entspannter an ihre eigene Umstellung herangehen. Eine Mahlzeit etablieren, dann die nächste, unterwegs schauen, was möglich ist und die Erfahrungen des Körpers ernst nehmen.

Was sich über die Jahre am stärksten verändert hat, ist für Anja deshalb vielleicht gar nicht nur das Essen. Es ist dieses Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Früher konnte ein Ernährungskonzept, ein Buch oder irgendeine allgemeine Empfehlung schnell mehr Autorität bekommen als der eigene Körper. Heute kann sie Informationen von außen aufnehmen und trotzdem überprüfen: Was sagt eigentlich mein Körper dazu? Genau darum geht es für mich beim PHS. Nicht um ein weiteres Konzept darüber, wie wir alle essen sollten, sondern um einen Weg zurück zur eigenen Körperführung.

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In der Podcastfolge #22 spreche ich mit Anja über ihre Human Design Ernährungsstrategie 3 – Durst heiß, ihre Kognition Außenschau und darüber, wie sich warme Ernährung, Verdauung, Sättigung und Körperwahrnehmung in ihrem eigenen Experiment entwickelt haben.

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P.S. Wenn du deine eigene Ernährungsstrategie kennenlernen und herausfinden möchtest, wie sie sich ganz konkret in deinem Alltag umsetzen lässt, begleite ich dich in meiner Human Design Ernährungsbegleitung Schritt für Schritt in deinem eigenen PHS-Experiment.

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