Die Human Design Ernährungsstrategie Nummer 4 wird Berührung genannt. Bei der linken Variante geht es um Berührung nervös beziehungsweise aufgeregt. Das bedeutet nicht, dass jemand nervös sein muss, um essen zu können. Entscheidend ist vielmehr, dass das System beim Essen eine gewisse Anregung von außen bekommt. Das kann durch andere Menschen passieren, durch Bewegung, durch ein Gespräch, durch Autofahren oder durch eine Umgebung, in der einfach etwas los ist. Der Körper bekommt einen äußeren Reiz und genau diese Frequenz unterstützt die Nahrungsaufnahme. Sabrina lebt diese linke Variante und beschreibt sehr klar, dass sie dafür gar keinen komplizierten Aufbau braucht. Unsere heutige Welt bietet ohnehin viele Möglichkeiten für diese Art von Anregung: Restaurants, unterwegs sein, Arbeit, andere Menschen oder eben Autofahren.

Sabrina ist erst über ihr Human Design Experiment langsam in diese Ernährungsstrategie hineingewachsen. Typ, Strategie und Autorität waren zuerst da, das PHS kam später dazu. Das Wissen über ihre Ernährung hatte sie schon relativ früh, wirklich konsequent damit experimentiert hat sie erst später. Gerade beim Thema Ernährung merkt man oft, wie viele allgemeine Konzepte im Kopf sitzen. Gemüse ist gesund, Zucker ist schlecht, dieses Lebensmittel darf man essen, jenes besser nicht. Auch Sabrina kannte diese ganzen Vorstellungen. Der spannende Punkt im Experiment war deshalb irgendwann, all diese Ideen nicht automatisch über den eigenen Körper zu stellen. Für mich bleibt dabei Strategie und Autorität immer die Grundlage, weil genau darüber überhaupt entschieden wird, was für den eigenen Körper in diesem Moment korrekt ist.

Am Anfang hat Sabrina ihre Ernährungsstrategie eher in kleinen Etappen ausprobiert. Ein paar Tage anders essen, dann wieder zurück in die gewohnte Art. Rückblickend sagt sie selbst, dass sie dadurch kaum etwas beobachten konnte. Erst als sie über mehrere Wochen konsequenter wurde, konnte sie Veränderungen wirklich wahrnehmen. Bei den Lebensmitteln selbst hat sich bei ihr gar nicht so viel verändert. Der entscheidende Punkt war der Umstand, in dem sie gegessen hat. Ein Keks ist immer noch ein Keks. Heute stellt sich für sie eher die Frage: Möchte mein Körper den jetzt? Passt der Moment? Passt die Umgebung? Bei den Ernährungsstrategien vier, fünf und sechs spielt genau dieser äußere Umstand eine zentrale Rolle. Was tatsächlich gegessen wird, läuft weiterhin über die eigene Autorität.

Das zeigt sich bei Sabrina auch sehr deutlich, wenn sie irgendwo eingeladen ist. Wenn die Anregung in der Umgebung für sie nicht passt, kann sie inzwischen einfach sagen: Ich esse jetzt nichts. Sie sitzt trotzdem mit den anderen zusammen, verbringt Zeit mit ihnen und isst später. Ich finde das einen wichtigen Punkt, weil gesellschaftlich unglaublich viel rund ums Essen aufgebaut ist. Man trifft sich zum Frühstück, zum Abendessen oder zum Kaffee und Kuchen und dadurch entsteht schnell die Vorstellung, dass alle gleichzeitig essen müssten. Sabrina hat sich hier die Freiheit genommen, ihren Körper entscheiden zu lassen. Gerade als Projektorin ist auch ihre Projektor-Strategie mit der Einladung Teil des gesamten Experiments und läuft nicht getrennt von ihrer Ernährung.

Die Veränderungen durch das Experiment waren bei Sabrina teilweise sehr subtil. Vieles hat sie erst im Rückblick bemerkt. Ein Beispiel war ihr Schlaf. Jahrelang brauchte sie nachts ein geöffnetes Fenster und hatte das Gefühl, nur mit viel frischer Luft wirklich gut schlafen zu können. Später stellte sie fest, dass sie auch bei geschlossenem Fenster schlafen konnte und dieses starke Bedürfnis nach ständig frischer Luft nicht mehr dieselbe Rolle spielte. Genau solche Beobachtungen finde ich im PHS-Experiment spannend. Manchmal verändert sich etwas bei der Verdauung, manchmal bei der Energie, manchmal beim Schlaf und manchmal fällt eine Veränderung erst viel später auf. Human Design und Schlaf ist deshalb für mich ebenfalls ein Bereich, in dem man sehr viel über den eigenen Körper beobachten kann.

Sabrina macht heute kaum noch Ausnahmen, weil ihre Ernährungsstrategie für sie ziemlich einfach zu leben ist. Wenn sie Anregung braucht, kann schon ein Telefonat reichen oder sie isst unterwegs. Besonders gerne isst sie tatsächlich beim Autofahren. Ein Sandwich oder eine Semmel im Auto funktioniert für sie sehr gut und passt auch zu ihrem Alltag. Gleichzeitig hat sich über das Ernährungsexperiment noch etwas anderes entwickelt: Sie steht mehr für sich ein. Sie beschreibt, dass sie authentischer geworden ist und stärker darauf vertraut, was sie selbst wahrnimmt. Dieses Vertrauen hat sich mit der Zeit auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Wenn der Körper immer wieder die Erfahrung macht, dass seine eigene Wahrnehmung ernst genommen wird, bleibt das eben nicht nur beim Essen.

Bei Sabrina kommt außerdem ihre emotionale Autorität dazu. Auch die Auswahl von Lebensmitteln passiert deshalb über Zeit. Beim Einkaufen kann sie zwei- oder dreimal an etwas vorbeigehen und schauen, ob sie es immer noch möchte. Manchmal hat sie schon vorher eine Idee, schreibt etwas auf die Einkaufsliste und überprüft im Laden noch einmal, ob es weiterhin passt. Zu Hause kann sie mehrmals den Kühlschrank öffnen, wieder weggehen und zehn Minuten später noch einmal schauen. Im Restaurant kennt sie häufig schon vorher die Speisekarte und kann dadurch bereits vorher wahrnehmen, was für sie infrage kommt. Dafür braucht es nicht immer Stunden. Manchmal reichen wenige Minuten, damit innerhalb der emotionalen Welle mehr Klarheit entsteht.

Und dann kommt bei Sabrina noch die Kognition Gefühl dazu. Sie beschreibt es so, dass sie die Energie eines Lebensmittels wahrnimmt. Sie muss eine Erdbeere nicht anfassen, um zu merken, ob genau diese Erdbeere für sie passt. Zwei Dinge können äußerlich vollkommen gleich aussehen und sich trotzdem unterschiedlich anfühlen. Am Buffet kann sie an mehreren gleichen Lebensmitteln vorbeigehen und eines davon fühlt sich für sie stimmiger an als die anderen. Genau daran sieht man sehr schön, wie differenziert PHS mit der Zeit werden kann. Ernährungsstrategie, Autorität und Kognition greifen immer feiner ineinander und der Körper entwickelt seine ganz eigene Art, durch diese Auswahl zu gehen.

Was Sabrina jemandem am Anfang mitgeben würde, ist ziemlich klar: wirklich ausprobieren und lange genug beobachten, damit überhaupt etwas sichtbar werden kann. Für sie waren einzelne Mahlzeiten zu wenig, um einen Unterschied wahrzunehmen. Gleichzeitig kann auch der Zeitpunkt, an dem jemand überhaupt in sein Ernährungsexperiment einsteigt, nur aus dem eigenen Prozess entstehen. Vielleicht ist es heute dran, vielleicht erst später. Genau deshalb ist PHS für mich ein Experiment und kein weiteres Ernährungskonzept. Es geht darum, den eigenen Körper immer besser kennenzulernen und zu beobachten, unter welchen Bedingungen er Nahrung tatsächlich am liebsten aufnimmt.

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In der Podcastfolge „#18 Interview mit Sabrina: Ernährungsstrategie 4 – Berührung nervös“ sprechen Sabrina und Rita darüber, wie sich Berührung nervös im Alltag zeigt, welche Rolle äußere Anregung, emotionale Autorität und die Kognition Gefühl spielen und was Sabrina über die Zeit in ihrem eigenen PHS-Experiment beobachtet hat.

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P.S. Wenn du deine eigene Ernährungsstrategie verstehen und damit wirklich im Alltag experimentieren möchtest, begleite ich dich in meiner Human Design Ernährungsbegleitung dabei, deine individuelle PHS-Mechanik kennenzulernen und Schritt für Schritt im eigenen Körper zu beobachten.

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