Die persönliche Geschichte meiner Fotos
Ich hatte die Nächte vor meinem Shooting kaum geschlafen. Die letzten sieben Jahre waren körperlich, emotional und menschlich das Herausforderndste, was ich je erlebt habe. Es waren Jahre, die mich an Grenzen gebracht haben, die viel von mir verlangt haben und in denen ich mir selbst immer wieder neu begegnen musste. Mein Human Design-Experiment, korrekte Entscheidungen und die Fähigkeit, mich selbst präzise und meist ohne Identifikation wahrzunehmen, haben mir in dieser Zeit wirklich den Arsch gerettet. In den letzten Jahren kam vieles zusammen. Als ich am Morgen vor dem Fotoshooting vor dem Spiegel stand, dachte ich nur: Man sieht mir diese Jahre wirklich an. Ich bin erschöpft. Und nicht nur ein bisschen.
Und genau das wollte ich sichtbar machen. Es geht nicht darum, ein besseres Leben zu leben. Es geht darum, das eigene und echte Leben zu leben. Auch dann, wenn es einen an die Ränder bringt. Wir verstecken uns noch immer hinter dem Außen, hinter Generalisierungen und Bewertungen. Dabei können wir uns nicht aussuchen, welche Erfahrungen das Leben für uns bereithält. Und Erfahrungen, die korrekt eingegangen sind, können uns nicht wirklich schaden – auch dann nicht, wenn sie schwer, intensiv oder herausfordernd sind. Genau solche Erfahrungen führen uns in die Authentizität. Sie gehören zum Weg. Sie zeigen etwas. Sie formen etwas. Und sie sind Teil dessen, was wir lernen müssen, um echt zu sein.
Ja, die letzten sieben Jahre waren intensiv, schmerzhaft und fordernd – und gleichzeitig auf eine tiefe Weise bereichernd. Sie haben mich verändert. Sie haben mich mit Seiten von mir in Kontakt gebracht, die ich ohne all das vielleicht nie so klar kennengelernt hätte. Vieles daran war nicht leicht. Vieles hatte keine einfache Sprache. Und trotzdem war es mein Weg. Ein Weg, der mich nicht geschont hat, aber mich auf eine Weise geformt hat, die ich heute sehen kann. Immer wieder denke ich: Wie krass, was ein Mensch tragen kann. Und wie krass, was dabei alles sichtbar wird. Es war mein eigener, schmerzhafter, schöner und rahmensprengender Weg. Und genau deshalb wollte ich, dass diese Fotos mich so zeigen, wie ich wirklich bin – mit dem Leben im Gesicht und nicht dagegen.
Also bin ich müde und ungefiltert zu meinem Shooting gefahren, habe mich in dieses wunderschöne Industrieloft gesetzt und gedacht: Genau so darf ich hier stehen. Genau so darf ich sichtbar sein.
Dieses Fotoshooting mit Franzi von www.franziskakestel.de war ein besonderer Moment. Sie hat genau das eingefangen, was ich zeigen wollte. Keine Maske, kein Ausweichen, keine Inszenierung. Franziska hat nicht verändert, was da war – sie hat einfach präzise gesehen und festgehalten: die Klarheit, dass ich niemand anderes mehr sein kann, weil mein Körper das nicht mehr mitträgt. Genau diese Echtheit hat sie sichtbar gemacht. Dafür bin ich ihr dankbar.