Die Ernährungsstrategie Nummer 5 im Human Design ist Sound. Im Human Design PHS, dem Primary Health System, wird diese Determination auch als Sound High oder Sound Low bezeichnet. Und über diese Human Design Ernährungsstrategie kann ich mittlerweile wirklich aus meinem eigenen Experiment heraus sprechen, denn ich habe selbst Sound Low, also Klang leise, auf der passiven Seite und damit einen passiven Körper. Ich experimentiere damit inzwischen seit einigen Jahren und ich merke tatsächlich, dass jedes Jahr der Groschen noch einmal ein Stück tiefer fällt. Ich verstehe etwas, experimentiere damit, und irgendwann erschließt sich wieder eine weitere Ebene davon, was mit dieser Ernährungsstrategie eigentlich gemeint ist.

Die 5 ist im Solarplexus, also im emotionalen Zentrum, angelegt. Und bei der Human Design Ernährungsstrategie Sound geht es natürlich zunächst einmal um Frequenzen und um Klang. Dabei gibt es Frequenzen, die wir hören können, und Frequenzen, die wir nicht hören können. Deshalb gehört für mich inzwischen auch das ganze elektrische Feld dazu. Elektromagnetische Strahlung, Handy, Computer, technische Geräte – auch damit kann man experimentieren. Und das kann unglaublich differenziert aussehen. Sound High und Sound Low sind dabei nur ein Teil der Geschichte, denn gleichzeitig gibt es immer noch den aktiven oder passiven Körper und natürlich die eigene Autorität. Bei mir ist es Sound Low. Manchmal fühlt sich ganz leise Musik während des Essens richtig an, manchmal absolute Ruhe. Meine Milzautorität entscheidet letztendlich darüber, was in diesem Moment in meinem Umfeld gesund für mich ist. Und genau deshalb wird Strategie und Autorität an dieser Stelle so essenziell. Irgendwann lernt man im Human Design Experiment immer feiner zu unterscheiden: Was versucht mein Verstand gerade aus einer Ernährungsstrategie zu machen und was möchte mein Körper tatsächlich? Das ist für mich ein jahrelanger Dekonditionierungsprozess gewesen und er wird immer feiner.

Was ich an der 5 unglaublich spannend finde, ist ihre besondere Beziehung zur Vielfalt. Im Human Design sprechen wir bei der 5 von einer Farbe, darunter liegen wiederum die Töne, und keine der Ernährungsstrategien hat diese besondere Beziehung zu den darunterliegenden Tönen wie die 5. Wenn wir uns die 5 grundsätzlich anschauen, dann ist sie transpersonal. Sie universalisiert. Und genau dieses Prinzip findet sich für mich auch in der Human Design Ernährung wieder: Vielfalt, Komplexität, viele verschiedene Informationen. Ra hat diese Vielfalt bei der 5 immer wieder betont. Gleichzeitig ist die 5 ein extrem sensibles Verdauungssystem. Dieses Verdauungssystem ist grundsätzlich dazu angelegt, eine große Bandbreite verarbeiten zu können, wenn der präzise Umstand während des Essens stimmt. Genau dort liegt für mich inzwischen der Schlüssel. Bei Sound ist die Umgebung während des Essens unglaublich wichtig. Der Körper braucht seine korrekte Frequenz, seinen korrekten Sound, seinen korrekten Umstand.

Ich kann aus meinem eigenen Leben sehr gut nachvollziehen, wie sich diese Vielfalt zeigen kann. Mein Körper wollte schon sehr früh kein Fleisch mehr. Milchprodukte fühlen sich für mich ebenfalls selten wirklich einladend an. Dafür zieht es mich unglaublich in die Pflanzenwelt. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Wurzelgemüse, Reis, Getreide, Bohnen, Hülsenfrüchte, Amaranth, Gemüse in allen möglichen Varianten – das fühlt sich für meinen Körper einfach einladend an. Und irgendwann kam bei mir die Frage auf, wie sich diese Komplexität und Vielfalt innerhalb meiner Human Design Determination eigentlich ganz konkret in einer Mahlzeit ausdrücken kann.

Dazu kommt bei mir die Touch-Kognition. Die Kognition im Human Design beschreibt noch einmal eine sehr feine Ebene der körperlichen Wahrnehmung. Ich nehme sehr viele Informationen über Berührung auf. Beim Kochen fasse ich deshalb unglaublich gerne Lebensmittel an. Gerade mit frischen Lebensmitteln aus der Pflanzenwelt passiert das sowieso ganz automatisch. Ich schneide, wasche, sortiere, berühre die einzelnen Zutaten und habe das Gefühl, dass mein Körper dabei bereits Informationen darüber bekommt, was gleich kommt. Für mich gehört das inzwischen ganz selbstverständlich zum Verdauungsprozess dazu. Mein Körper nimmt die Mahlzeit gewissermaßen schon auf, bevor ich sie esse.

Der wirklich große Groschen ist bei mir allerdings über Ayurveda gefallen. Ich habe irgendwann angefangen, ayurvedisch zu kochen und mich intensiver damit zu beschäftigen. Und plötzlich waren da diese Gerichte mit unglaublich vielen Bestandteilen: ein Dal mit Hülsenfrüchten, vielleicht Reis oder einem anderen Getreide, mehreren Gemüsesorten und dazu zehn verschiedene Gewürze. Ganz schnell besteht so eine Mahlzeit aus fünfzehn, zwanzig oder noch mehr verschiedenen Komponenten. Irgendwann erinnerte ich mich auch wieder daran, was meine Human-Design-Lehrerin damals gesagt hatte: Mit der Ernährungsstrategie 5 kann man wunderbar mit Gewürzen experimentieren.

Und genau da hat es bei mir Klick gemacht. Ich habe gemerkt, wie befriedigend diese Komplexität für meinen Körper ist. Besonders dann, wenn alles miteinander gekocht wurde. Wenn Gewürze, Gemüse, Hülsenfrüchte, vielleicht etwas Reis oder Quinoa, ein bisschen Fett und manchmal etwas Tofu oder Tempeh zusammenkommen und daraus eine einzige komplexe Mahlzeit entsteht. Mein Körper liebt diesen Verbund. Er bekommt mit einem Essen ganz viele verschiedene Informationen, Geschmäcker, Konsistenzen und Nährstoffe gleichzeitig. Und dann passiert etwas, das ich inzwischen sehr deutlich wahrnehmen kann: Mein Körper ist danach fertig. Befriedigt. Da fehlt nichts mehr. Es entsteht kein weiteres Suchen nach Essen.

Das war für mich eine unglaublich wichtige Erkenntnis, denn genau dadurch habe ich auch verstanden, warum mich diese Art des Kochens so angezogen hat. Das Ayurveda hat mir einen Zugang zu dieser gekochten Komplexität gegeben. Zu Gewürzen, zu verschiedenen Bestandteilen und zu Mahlzeiten, bei denen alles miteinander verbunden wird. Dieses Prinzip kann natürlich in hunderttausend verschiedenen Küchen und Gerichten auftauchen. Für meinen Sound-Low-Körper ist diese Vielfalt innerhalb einer Mahlzeit extrem befriedigend.

Selbst beim Salz habe ich das erlebt. Lange hatte ich das Gefühl, mein Körper wolle kein Salz. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Salz für mich ganz anders funktioniert, wenn es Teil des gesamten Kochprozesses ist. Wenn es mit den anderen Zutaten und Gewürzen im Essen verbunden wird. Und genauso ist es bei vielen Gewürzen. Mein Körper möchte diese Komplexität als Gesamtinformation aufnehmen.

Gleichzeitig habe ich einen passiven Körper. Auch das spielt in meinem PHS-Experiment eine große Rolle. Mein Körper braucht keine riesigen Mengen an Energieinput. Dadurch wurde es für mich irgendwann sehr spannend zu beobachten, was eigentlich „genug“ bedeutet. Und mit dieser komplexeren Art zu essen brauche ich tatsächlich wesentlich weniger Menge. Eine Mahlzeit kann relativ klein sein und mein Körper ist trotzdem vollkommen befriedigt, weil sie in sich so viel Vielfalt trägt. Da können verschiedene Gemüse drin sein, eine Hülsenfrucht, ein Getreide, ein bisschen Fett und viele unterschiedliche Gewürze – und für meinen Körper ist das unglaublich stimmig.

Genau hier finde ich auch die Transference der Ernährungsstrategie 5 so interessant. Die 5 geht in die 2. Und die 2 hat sehr viel mit Barrieren und mit einer sehr gleichbleibenden Art des Essens zu tun. Für die 5 kann sich deshalb irgendwann eine starke Beschäftigung mit dem Essen entwickeln, mit bestimmten Lebensmitteln, Regeln oder einer immer gleichen Auswahl. Ra hat einmal sinngemäß gesagt, dass die 5 bereits in der Transference ist, sobald sie anfängt, sich mit dem Essen selbst zu beschäftigen. Diesen Satz habe ich viele Male gehört, und ich glaube, ich verstehe heute wesentlich tiefer, was damit gemeint ist.

Denn die Human Design Ernährungsstrategie 5 lebt ihre Ernährung über den korrekten Umstand. Über die Frequenz. Über das Umfeld. Über die Vielfalt, die für diesen Körper gerade stimmt. Und aus dieser körperlichen Korrektheit heraus kann eine enorme Bandbreite entstehen. Genau darin liegt für mich dieses Universalisierende der 5. Der Körper kann mit unglaublich vielen verschiedenen Lebensmitteln und Kombinationen umgehen, wenn das gesamte System in seinem korrekten Umfeld funktioniert.

Auch das Thema emotionales Essen finde ich in diesem Zusammenhang spannend. Die Human Design Ernährungsstrategien 5 und 6 liegen beide im Solarplexus, im emotionalen Zentrum. Als ich diese Verbindung irgendwann gesehen habe, musste ich tatsächlich lachen. Natürlich begegnet einem bei diesen Ernährungsstrategien auch das Thema emotionales Essen. Auch das hat seinen Platz im Experiment. Für mich gehört es dazu, immer genauer wahrnehmen zu lernen, was der Körper gerade wirklich möchte, welche Frequenz stimmt und was aus emotionaler Konditionierung heraus entsteht.

Und deshalb glaube ich inzwischen auch, dass man die Ernährungsstrategie Nummer 5 nur sehr begrenzt über den Verstand erfassen kann. Man kann lesen: Die 5 braucht Vielfalt. Dann kann der Verstand losziehen und möglichst viele verschiedene Lebensmittel kaufen, weil „Vielfalt“ jetzt angeblich korrekt ist. Das eigentliche Human Design Experiment beginnt für mich dort, wo der Körper selbst entdecken darf, was Vielfalt für ihn bedeutet.

Für einen Menschen mit Sound High und einem aktiven Körper kann sich dieses Experiment vollkommen anders ausdrücken als für mich mit Sound Low und einem passiven Körper. Auch hochkomplex verarbeitete Lebensmittel enthalten beispielsweise sehr viele verschiedene Bestandteile und Informationen. Ein aktiver Körper hat gleichzeitig einen anderen Energiebedarf als ein passiver Körper. Genau deshalb gibt es für die Human Design Ernährungsstrategie auch keine fertige Speisekarte. Die Präzision entsteht erst über den eigenen Körper, Strategie und Autorität und das tatsächliche Experiment.

Für mich bedeutet Komplexität heute sehr häufig: viele verschiedene pflanzliche Bestandteile, Gewürze und Geschmäcker, die gemeinsam gekocht werden. Diese Art von Mahlzeit erzeugt in meinem Körper eine tiefe Befriedigung. Und genau das ist momentan die Ebene meines Experiments mit Sound Low, die mich am meisten fasziniert.

Ich bin damals übrigens mit ziemlich viel Skepsis in das Human Design Ernährungsexperiment und das PHS eingestiegen. Und bis heute ist Ernährung wahrscheinlich einer der Bereiche, die ich innerhalb meines eigenen Human Design Dekonditionierungsprozesses am herausforderndsten finde. Vielleicht gerade deshalb finde ich es so spannend, dass sich nach Jahren immer noch neue Ebenen erschließen.

Wenn du selbst Sound High oder Sound Low als Ernährungsstrategie im Human Design hast, könnte genau das ein interessantes Experiment sein: herauszufinden, wie dein Körper Vielfalt und Komplexität eigentlich versteht. Welche Frequenz braucht er beim Essen? Welche Umgebung fühlt sich gesund an? Wie reagiert er auf Gewürze, verschiedene Zutaten und komplexere Mahlzeiten? Und wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn Strategie und Autorität wirklich die Führung übernehmen?

Denn genau darin liegt für mich inzwischen die Schönheit der Human Design Ernährungsstrategie 5: diese unglaubliche Vielfalt, die Sensibilität für Frequenzen und ein Körper, der sehr präzise weiß, unter welchen Umständen er Nahrung wirklich gut empfangen und verarbeiten kann.

Deshalb sage ich auch immer: Human Design ist kein weiteres generalisiertes Ernährungskonzept und keine neue Diät, sondern eine frequenzbasierte Ernährung, die nur über die eigene Körperintelligenz wirklich funktioniert. Strategie und Autorität müssen sitzen, denn sobald der Verstand wieder übernimmt und Lebensmittel nur deshalb auswählt, weil sie angeblich gesund oder richtig sind, verlässt man genau diese körperliche Präzision.

Best,

Rita

Du möchtest noch tiefer in das Thema einsteigen?
Zu dieser Ernährungsstrategie gibt es auch eine Folge von Human Design Leben.
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P.S. Wenn du deine Human Design Ernährungsstrategie nicht nur kennen, sondern im eigenen Körper wirklich damit experimentieren möchtest, findest du hier meine Ernährungsbegleitung.